Vorbereitungen Te Araroa Trail: SPOT und andere elektronische Geräte

Eigentlich gäbe es keine bessere Möglichkeit, sich einer Digitalen Detox zu unterziehen, als wenn man für 4-5 Monate auf eine Fernwanderung geht. Natur, Ruhe, Wandern. Mehr braucht man doch nicht?

Fluch und Segen

Doch in unserem digitalen Zeitalter fällt es uns immer schwerer, ohne unsere elektronischen Helfer auszukommen. GPS (Navigation), SPOT + PLB (GPS Ortungsgeräte), Smartphone, Tablet, eReader, Solar Ladegerät usw. Das sind alles nützliche Helfer, die den Alltag auf einer Fernwanderung erheblich erleichtern und sicherer machen können. Mit dem GPS lässt es sich viel einfacher orientieren. Mit dem SPOT oder PLB kann man in einem Notfall die Rettungskräfte alarmieren. Das Smartphone ist Fotoapparat, Tor zum Internet, Musikplayer und Navigationsinstrument in einem. Mit dem Tablet kann man Filme schauen oder den Blog updaten. Der eReader ersetzt schwere Bücher.
Doch nicht alles ist Utopia. Elektronische Geräte brauchen viel Strom. Das heisst, man schleppt entweder ein Solar-Ladegerät oder eine Powerbank (Ladegerät) mit sich. Die GPS Lokalisation funktioniert nicht immer und man ist plötzlich auf Kompass und Karte angewiesen. Und wasserfest sind die wenigsten Geräte.

Elektronische Geräte können eine Wanderung bereichern; aber genauso sabotieren. Zu viele Leute verlassen sich auf ihre elektronischen Helfer und missen das Wissen, wie man sich in der Natur zu verhalten hat. Mit der Entwicklung neuer Technologien wie GPS Navigation und Ortungsgeräten wie PLBs und SPOTs sind auch die Anzahl an Notfällen und Rettungseinsätzen gestiegen.

Im Grunde gilt also: elektronische Geräte sind nett beim Wandern, du solltest dich aber nicht komplett auf sie verlassen.

Auch wir können oder wollen nicht auf unsere elektronischen Geräte verzichten. Einerseits benötigen wir z.B. ein Tablet fürs Bloggen oder ein Smartphone zur Kommunikation, andererseits geniessen wir bspw. die Annehmlichkeiten eines eReaders.

Was für elektronische Geräte nehmen wir mit?

SPOT GEN3

Der SPOT GEN3 ist ein sog. Satellite GPS Messenger und bietet mehrere kostenpflichtige Features.

  • O.S für Notfälle. Kontaktiert via dem GEOS International Emergency Response Center lokale Rettungseinheiten und gibt die GPS Koordinaten durch.
  • HELP/SPOT ASSIST alarmiert persönliche Kontakte in nicht lebensbedrohlichen Situationen.
  • CHECK IN: Eine vorprogrammierte Nachricht (inkl. Koordinaten und Google Map Link) wird bei Knopfdruck an eigene Kontakte gesendet.
  • CUSTOM MESSAGE: Sendet eine individuell gestaltete Nachricht mit GPS Koordinaten an Kontakte.
  • TRACKING: Sendet und speichert die GPS Koordinaten in regelmässigen Abständen (Intervall 2,5,5,10,30 und 60 Minuten).

Im Unterschied zum Personal Locator Beacon (PLB) nutzt der SPOT GEN3 ein privates Satellitennetz (Globalstar) und eine schwächere Notfall Frequenz (MHz). Um den SPOT zu aktivieren, benötigst du ein Abonnement, das je nach Stufe versch. Features aktiviert.

Ein paar Nachteile hat ein SPOT:

  • Ein SPOT GEN3 braucht wegen der schwachen Frequenz unbedeckten Himmel, um ein Signal senden zu können.
  • Keine flächendeckenden globalen Service. In der Arktis nütz ein SPOT nichts.
  • Ist das Tracking aktiviert, braucht der SPOT viel Akku.

Kosten SPOT GEN3: 150 USD

Kosten Abo: ab 120 USD

Link: SPOT 3 Satelliten-Messenger

Vielen Dank an Philippes Eltern, die uns den SPOT GEN3 gesponsert haben. Im Gegenzug schicken wir regelmässig Nachrichten ;-).

Elektronische Gerate-SPOT-GEN3

SPOT GEN3

SPOT GEN3 vs PLB

Bevor wir uns für den Kauf eines SPOT GEN3 entschieden hatten, setzten wir uns noch mit Personal Locator Beacon (PLB) auseinander. Ein PLB hat einen Nutzen – ein Notfallsignal zu senden – und erfüllt diesen besser als ein SPOT GEN3 oder andere SEND-Geräte (z.B. DeLorm InReach, ).

  • PLBs greifen auf das Satellitennetz von COSPAS/SARSAT zurück, welche die beste Abdeckung bieten und u.a. auch für Militärzwecke genutzt wird. Die MHz Notfallfrequenz ist 5-10x stärker als jene eines SEND-Geräts (SPOT GEN3, DeLorm In Reach)
  • PLBs sind teuer (ab 300 USD) und haben keine Zusatzfunktionen wie ein SPOT.
  • Ein PLB musst du nicht aufladen, dafür alle paar Jahre für einen Batterieaustausch in den Service schicken. Oder du kaufst dir einen neuen PLB wegen der hohen Service-Kosten.
  • Beim PLB fallen keine Abo-Gebühren an. Bereits nach einem Jahr hast du die Kosten ggü. einem SPOT mit Abo wieder draussen.

Beispiel für PLB: ACR PLB-375 ResQLink

Weiterführende Info: http://www.outdoorgearlab.com/Personal-Locator-Beacon-Reviews/Buying-Advice

Smartphone

Fotos, Videos, Internet, Social-Media, Navigation etc. Moderne Smartphone sind Alleskönner und deshalb nehmen viele Fernwanderer nur ein solches mit. Alle Geräte möchten wir nicht mit einem Smartphone ersetzen. Ein Allrounder kann vielleicht vieles oder alles, aber nicht gut oder sehr gut.

Wir nutzen das Smartphone (ein zwei Jahre altes Nexus 5) auf dem Te Araroa Trail z.B. für:

Elektronische Geraete-Nexus_5

Nexus 5

Kommunikation und Internet (Hotspot). Wir kaufen uns deshalb eine neuseeländische SIM Karte. Spark hat wahrscheinlich das beste Angebot, da es vielerorts Telefonzellen gibt, bei denen du dich gratis im Internet (1 GB pro Tag) einloggen kannst.

Apps spezifisch für den Te Araroa Trail:

Navigation: Wir nutzen das App LocusPro (Android), welches mit GPS und offline Kartenmaterial funktioniert.

Wetter: MetService New Zeland (Android/Apple)

Gezeiten: NZ Tides (Android) or New Zealand Tide Times (Android)

Wiki Camps: WikiCamps New Zealand. In Australien war dieses App eine wertvolle Hilfe. Einfach gesagt, ist es eine Karte, wo Campingplätze, Toiletten, Duschen, Shops, Sehenswürdigkeiten etc. von Nutzern eingetragen werden. Die neuseeländische Version kennen wir noch nicht.

👉 Auf dem Te Araroa Wiki gibt es weitere App Vorschläge.

Offline Karten und Track Notes: Der Te Araroa Trust hat ein geniales Angebot von Kartenmaterial und Tracknotes auf seiner Website. Mittels Kompression der Files können wir diese auch auf unserem Smartphone problemlos anschauen.

Tablet

Wir haben uns ein 8,4’’ Tablet gekauft, damit wir einfacher bloggen können und unabhängiger von kostenpflichtigen PCs in Hostels sind. Ein Kauf aus Bequemlichkeit. Das zusätzliche Gewicht nehmen wir in Kauf.

Mit dabei haben wir: Samsung Galaxy Tab S LTE

Elektronische Geraete-Tablet

Samsung Galaxy Tab S

Kamera

Die meisten Bilder für Social Media und für den Blog kommen während unserer Wanderung auf dem Te Araroa Trail wahrscheinlich vom Smartphone. Auf eine gute Kamera möchte Philippe dennoch nicht verzichten. Die Qualität der Smartphone-Kamera reicht für Fotobücher, Poster etc. nicht aus. Zudem reichen die Akkus bei Philippes Systemkamera für mehrere Wochen.

Mit dabei haben wir: Fuji X-T1 mit einem XF 18-55mm 2,8-4 Objektiv

Elektronische Geraete-Fuji-X-T1

Fuji X-T1

GoPro

Wir haben erst seit unserer Australienreise eine GoPro mit im Gepäck und haben mittlerweile eine beachtliche Anzahl an verstaubenden Videodateien, die nur darauf warten, angeschaut und editiert zu werden 😉

Trotzdem nehmen wir unsere GoPro mit auf die Wanderung und hoffen, dass wir nach dem Trail die Muse haben, das Filmmaterial zu sichten und zu bearbeiten.

Mit dabei haben wir: GoPro HERO4 Silver

Powerbank

Die Armada an elektronischen Geräten muss natürlich mit Strom versorgt werden. Wir haben uns gegen den Kauf eines Solar Ladegeräts und für eine Powerbank entschieden.

Gegen das Solar Ladegerät sprachen:

  • das neuseeländische Wetter (☔️) und damit die Effizienz beim Laden der Geräte.
  • die hohen Kosten der in Australien verkauften Produkte.
  • das Gewicht. Je mehr Power bzw. Watt das Solar Ladegerät hat, desto schwerer wird es. Ein geeignetes Gerät hätte in unserem Fall etwa 500 Gramm gewogen.

Beispiel: Anker 14W Solar Ladegerät

Für eine Powerbank sprachen:

  • das Verhältnis von Gewicht/Leistung. Mit einer 350 Gramm schweren Powerbank (20’100 mAh) können wir unser Tablet theoretisch 4x aufladen.
  • der Preis. Mit ca. 110 AUD ist unsere Powerbank wesentlich günstiger als ein Solarpanel. Kaufst du deine Powerbank in Europa oder den USA, kommt es dich noch viel günstiger.
Elektronische Geraete-Kindle

Kindle Paperwhite

Der grosse Nachteil bei einer Powerbank ist natürlich, dass wir auf eine externe Stromquelle angewiesen sind. Wenn wir aber unsere elektronischen Geräte sparsam gebrauchen und ab und zu auf einem Campingplatz oder in einem Hostel übernachten, um alle Geräte aufzuladen, sollten wir mit einer Powerbank auskommen.

Mit dabei haben wir: Anker PowerCore 20100mAh

eReader

Den Kindle Paperwhite von Amazon möchten wir auf Reisen und beim Wandern nicht mehr wissen. Mit den integrierten LED-Lämpchen kannst du im Dunkeln lesen, der Akku reicht bis zu drei Wochen und mit ca. 220 Gramm ist er leichter als die meisten Bücher.
Mit Programmen wie Calibre Library kannst du ebooks unabhängig von Amazons Plattform auf deinen Reader laden.

Mit dabei haben wir: Kindle Paperwhite

USB-Ladegerät

Irgendwann müssen diese vielen elektronischen Geräte auch mal aufgeladen werden. Da wir nur USB-Geräte dabei haben, haben wir uns ein USB-Ladegerät mit vier Reiseaufsätze gekauft (EU, USA, Australien, UK). Dieses hat vier Steckplätze und gibt maximal 4.8A ab. Pro Steckplatz stehen max. 2.2A zur Verfügung. Diese Zahlen sind sehr wichtig, denn nicht jedes elektronische Gerät benötigt den gleichen Ampere Input.

  • 1A: Smartphone, E-Reader, GoPro
  • 2.2A: Tablet, Powerbank

Das heisst für dich: Wenn du ein Tablet mit dem Netzteil deines Smartphones auflädst, benötigt das Tablet sehr viel länger für eine Ladung. Umgekehrt funktioniert es aber nicht. Dein Smartphone lädt sich mit einem Tablet-Ladegerät nicht doppelt so schnell auf.

Ein geeignetes USB-Ladegerät ist auf einer längeren Wanderung besonders wichtig, da ein Tablet oder eine Powerbank bis zu acht Stunden und mehr für eine Ladung braucht. Weiterhin ist das USB-Kabel bei der Stromzufuhr entscheidend. Du solltest immer das mitgelieferte USB-Kabel verwenden.

Mit dabei haben wir: Letouch 24W (5V 4.8A) 4-Port USB-Ladegerät Reiseset 

Wenn du mehr über unsere Ausrüstung für den Te Araroa Trail erfahren möchtest, kannst du dir die Liste unserer Ausrüstung anschauen. Dort findest du auch alle Gewichtsangaben.

Info: Die meisten im Artikel aufgeführten Links sind Affiliate-Links, die uns bei der Kostendeckung dieses Blogs unterstützen.

6 Comments

  • Christoph sagt:

    Hey Philippe,

    ich hatte auch über den Kauf eines SPOTs nachgedacht, mich dann aber dagegen entschieden. Mich hat die Tracking-Funktion am meisten interessiert. Ich vermutete allerdings, dass der Akku bei kontinuierlichem Tracking nicht lange genug halten würde. Wie sind eure Erfahrungen damit? Habt ihr eure Wanderung ständig tracken lassen und wenn ja, in welchem Intervall? Wie lange hielt dann deer Akku?

    Liebe Grüße
    Christoph

    • Nadine sagt:

      Hallo Christoph

      Wir haben die ganze Wanderung getrackt. Allerdings nicht für uns, dafür hatten wir die GPS-Uhr. Es ging mehr darum, dass unsere Familien zu Hause schauen konnten, wo wir sind. Etwa jeden zweiten Tagen sandten wir ausserdem eine „Wir sind okay“-Message an ausgewählte Empfänger.
      Der Spot läuft mit Batterien, nicht mit einem Akku. Wir mussten nur einmal, nach der Nordinsel, neue Batterien kaufen. Somit waren wir recht zufrieden mit der Energieleistung.

      Liebe Grüsse
      Nadine

  • Sam sagt:

    Hi ihr zwei,

    ich werde in Kürze auch den Te Araroa laufen. Ich bin noch unschlüssig was einen PLB/Spot angeht. Würdet ihr sagen, dass ein Spot in einer Notsituation genug ist? Und was meint ihr mit bedecktem Himmel? Darf man nicht in einem Wald sein, oder muss tatsächlich wolkenfreier Himmel sein?

    Abgesehen davon: Kann man nur mit den Trail Notes und einem guten Orientierungsinn seinen Weg finden (habt ihr zufällig mal probiert die GPS Daten von der TA Seite mit einem Smartphone zu benutzen)?

    Gruß
    Sam

    • Nadine sagt:

      Hallo Sam
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ein PLB ist angeblich zuverlässiger, doch der Spot hatte die Funktion vom Tracking und einseitigen Messaging. Es ist also ein Abwägen von Vor- und Nachteilen.
      Nur Trailnotes und Orientierungssinn reichen sicher nicht. Auch die TA-Karten waren nicht immer genau/aufschlussreich genug und so waren wir etliche Male froh, die GPS-App auf dem Handy zu haben (siehe auch im Blogpost). In die App LocusPro importierten wir die TA-GPS-Daten.
      Liebe Grüsse und happy TA, be safe:)
      Nadine

  • Timo sagt:

    Hi,
    danke erstmal für euren Blog, sehr hilfreich wenn man sich auf den Trail vorbereitet!
    Zum Thema elektronische Geräte laden: Wieviel Zeit muss man denn im Schnitt überbrücken bis man wieder eine Lademöglichkeit hat? Speziell auf der Südinsel.
    Ich habe GPS (eher für Notfälle) und Kamera dabei, jeweils mit Ersatzakkus. Dazu ein Handy was wahrscheinlich meistens aus sein wird, und einen Kindle, der aber akkutechnisch keine Probleme bereiten sollte.

    • Nadine sagt:

      Hallo Timo
      danke erstmal für Deinen Kommentar und dein Danke 🙂
      Wenn du unsere Routenplanung anschaust, siehst du die Streckenabschnitte. Üblicherweise übernachteten wir am Ende der jeweiligen Streckenabschnitte an Orten, wo wir unsere Geräte aufladen konnten (Hostel, Camping, etc.). Es kann also durchaus mal eine Woche dauern, bis du wieder an eine Steckdose kommst…
      Wir brauchten unsere Powerbank vor allem für die Handys, die GoPro und meine GPS-Uhr. Die Kindle waren kein Problem. Wir nutzten eines der Handys für GPS und Fotos. Dieses mussten wir fast jeden Tag laden. Das zweite Handy blieb meist unbenutzt im Flugmodus oder ganz aus. Eine Powerbank oder ein Solaraufladegerät mitzunehmen, ist aber unserer Meinung nach empfehlenswert, auch wenn du nicht planst, dein Handy oft zu benutzen.
      Liebe Grüsse und weiterhin gute Vorbereitung,
      Nadine

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