Te Araroa Wanderberichte Tage 81-95: “Im Land des Tussocks.”

In den vergangenen 15 Tagen wanderten wir von Arthur’s Pass nach Wanaka und legten 441 Kilometer auf dem Te Araroa Trail zurück.

Total TA Kilometer: 2596 Kilometer gemäss Karte

Bester Moment

Philippe: die Farben der Seen

Nadine: auf der Krete nach dem Stag Saddle (höchster Punkt auf dem Te Araroa) zu wandern

Schlimmster Moment

Philippe: in Regen und Wind zu frieren

Nadine: hüfttiefe Flüsse zu durchqueren

Hinweise: Die Kilometerangaben sind ungefähr. Die Wanderzeiten sind reine Laufzeiten, ohne Pausen. In der Regel machen wir 1,5 – 2 Std. Pause unterwegs. Die Smiley’s beschreiben unseren Gemütszustand, der Muskelarm unser physisches Befinden. 10/10 ist jeweils das Beste.

Tag 81: Arthur’s Pass nach Hamilton Hut

16,5 Kilometer (+ Hitchhiking), 5h

Philippe

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

4 Kilometer liefen wir nach Arthur’s Pass, dann nahm uns jemand für die letzten 2 Kilometer mit. Beim YHA holten wir unser Paket ab (10$) und bekamen wie erwartet kein Bett. Ganz Arthur’s Pass ist wegen des Rennens ausgebucht.
Eine Dusche und eine Waschmaschine fanden wir dann aber im Sanctuary (BBH Hostel). Die Dusche revitalisierte mich und hob meine Stimmung enorm. Was heisses Wasser nicht alles kann? Bill – der Besitzer und ein super Typ – liess uns im Gemeinschaftsraum unser Paket aussortieren und die elektronischen Geräte aufladen. Insgesamt hatten wir nun 41 gekaufte und 14 selber gemachte Müsliriegel. Das Resultat nie benötigter Reservetage. 7 Riegel konnten wir dann sogar einer Backpackerin verkaufen.
Nach ein paar Stunden hitchten wir wieder raus. Die 4 Kilometer heute und 4 Kilometer extra von gestern zogen wir vom Strassenabschnitt der nächsten Section ab. In Bealy liefen wir los, ohne einen ersehnten Rasttag eingelegt zu haben. Diesen holen wir dann in Methven nach.
Der Weg bis zur Hamilton Hut war schön. Zuerst ein paar Hundert Meter zum Mt. Bruce hinauf mit herrlicher Aussicht auf die umliegenden Berge, Täler und Wälder. Danach folgten wir dem Fluss wieder bergabwärts. Die Flussüberquerungen gingen ohne nasse Füsse vorüber. Zur Abwechslung war der Trail gut in gutem Zustand. Ob sich das morgen bereits wieder ändert?

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 7/10

Unser Zero Day wurde uns verwehrt. Wegen des Coast to Coast Rennens war Arthur’s Pass ausgebucht. Im Sanctuary fanden wir dennoch eine münzbetriebene Dusche, eine Waschmaschine und Platz, um unser Essen zu organisieren.
Erst um etwa 13.30 Uhr liefen wir schliesslich weiter. Wir hitchten zum Trailbeginn und verzichteten auf einige Kilometer Strassenlaufen. Wir mussten am Morgen schon fast bis nach Arthur’s Pass laufen, da so früh praktisch kein Verkehr herrschte (zwei Autos in 45 min).
Der Track war toll und wir hatten zu Beginn tolle Aussichten, später liefen wir im Flusstal. Den Fluss konnten wir aber immer trockenen Fusses überqueren, yay! Doch ich spürte meine Knie und sie gaben mir zu verstehen, dass sie in Methven (in zwei Tagen) definitiv einen Zero Day brauchen.

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Tag 82: Hamilton Hut nach Lake Georgina

35,5 Kilometer, 7h30min

Philippe

😄😐😣: 7/10

💪: 8/10

Am Morgen frieren einem die Füsse ab und sobald sich die Sonne zeigt, wird man durchgebraten. Willkommen in Canterbury!
Nach der Hamilton Hut durchquerten wir während ca. 2-3h immer wieder denselben Fluss. Bald fühlten sich meine Füsse taub an, die Hände sowieso. Ich wünschte mir die Sonne her.
Ein wenig später liefen wir für 22km auf einer Kiesstrasse. Ohne Bäume, ohne Schatten. Ich wünschte mir die Kälte vom Morgen her.
Nach stundenlangem Niedergaren erreichten wir Lake Georgina, der letzte passable Campspot vor Lake Coleridge (weitere 12km). Ein Sprung ins kalte Wasser brachte mich wieder auf Normal-Temperatur runter.

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

Dort rechts vielleicht? Oder links? Die Spurensuche ging weiter. Doch die Grundrichtung war wieder einfach: Flussabwärts durchs Tal bis kurz vor Lake Coleridge. Dann 22 Kilometer auf der Kiesstrasse unter der gnadenlosen Sonne. Ohne Schatten, da Europäer auf die glorreiche Idee kamen, in diesem Gebiet den ganzen Wald niederzubrennen. Danke.
Als unseren Campspot wählten wir den bestmöglichen Ort. Im Schatten einer Reihe Nadelbäume direkt an einem kleinen See. Letzterer verschaffte uns auch die ersehnte Abkühlung nach einem heissen, staubigen Tag.
PS. Hier hat es keine Sandflies! :mrgreen:

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Tag 83: Lake Georgina nach Lake Coleridge Village (und Methven)

12,5 Kilometer + 4,5 Kilometer off trail, 2h30min + 55min

Philippe

😄😐😣: 5/10

💪: 6/10

Wir wollten möglichst früh am Morgen starten (6.30 Uhr), um unsere Hitchhiking Chancen nach Methven zu verbessern. Es war aber doch zu spät. Wir liefen in die kleine Siedlung Lake Coleridge Village am Rakaia River vor 9 Uhr ein und kein Zeichen von Leben weit und breit zu sehen. James und Mary Kate waren 15min früher angekommen und bekamen eine Mitfahrgelegenheit. Wir warteten zwei geschlagene Stunden bis sich eine Anwohnerin erbarmte und uns 5km zur nächst besseren Kreuzung fuhr. Doch vergeblich. 5 Autos in 3h und keiner hielt an.
Ich war dementsprechend wütend. Der Verantwortliche für die Routenlegung hat es sich hier zu einfach gemacht. Ähnlich wie bei den Bootsfahrten in Paihia und Whangarei auf der Nordinsel.
Nach einer Stunde Strassenlaufen hielt dann doch jemand an und fuhr uns bis zur Hauptstrasse. Von da an erhielten wir gleich den nächsten ride. Der Tag war gerettet! In Methven checkten wir im BBH Mt. Hutt Bunkhouse ein. Ein sehr heimeliges Hostel. Dann stürmten wir in den lokalen Supermarkt und traffen uns am frühen Abend mit sieben anderen Te Araroa Wanderern, was ziemlich spassig war. Mit Pizza und Eis und einem Film beendeten wir den Tag. Morgen heisst es: Zero Day!

Nadine

😄😐😣: 7/10

💪: 9/10

Nach einer Odyssee aus 2h30min Wandern, 2h Warten, 5km Fahren, 1h Wandern und wieder Fahren erreichten wir endlich Methven. Wir mussten den Rakaia River umgehen, den man zu Fuss nicht überqueren kann/sollte.
In Methven gönnten wir uns frisches Gemüse und Früchte und so waren die Strapazen bald vergessen. Und schliesslich werden wir nun 1,5 Zero Days haben in einem gemütlichen Hostel (BBH Mt. Hutt Bunkhouse). Wir trafen uns noch auf ein Bier mit anderen Te Araroa Wanderern und zogen uns dann mit Tiefkühlpizza und Eiscrème ins Wohnzimmer des Hostels zurück. Movie time!

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Tag 84: Methven (Zero Day)

0 Kilometer

Philippe

😄😐😣: 9/10

💪: 8/10

Die innere Uhr weckte uns pünktlich in den frühen Morgenstunden. Mehr Zeit, um Djnge zu erledigen. Essen, organisieren, planen, waschen; die üblichen Aufgaben an einem Zero Day.
Am Morgen buchten wir zudem den Schulbus für den Transport zum Trailhead auf der anderen Seite des Rakaia River. 20$. Ganz okay. Am Nachmittag fragten uns dann James und Mary Kate, was wir wegen des Wetterberichts der nächsten 2 Tage machen würden. Gewitter und Orkanböen von 80 km/h auf 1000 Meter. Es schaute tatsächlich nicht sehr gemütlich aus. Zumal wir auf Graten und durch Tussock Country wandern würden. Nach viel hin und her entschieden wir uns für einen weiteren Rasttag und verschoben den Transport auf den Tag danach. Mehr Zeit zum Lesen, Essen und Filme schauen!

Nadine

😄😐😣: 9/10

💪: 10/10

Ein schöner Zero Day bestehend aus Essen, Skypen, administrativer und organisatorischer Arbeit, noch mehr Essen und Relaxen im Garten des Hostels.
Doch etwas bereitete uns Sorgen: Wetterwarnungen für die nächsten Tage inkl. Gewitter und Orkanböen.
Nach einem Treffen mit Mary Kate und James und einigem Abwägen entschlossen wir uns, es nicht drauf ankommen zu lassen und einen weiteren Tag in Methven zu verbringen. Lieber einen zweiten Zero Day hier als irgendwo in den Bergen ausharren zu müssen.
Aber wehe morgen scheint die Sonne! 😉

Tag 85: Methven (Zero Day)

0 Kilometer

Philippe

😄😐😣: 9/10

💪: 8/10

Heute war ein richtig fauler Tag. Viel Essen, Lesen, und wenig bewegen. Ein gesunder Lebensstil. Und zum zweiten Mal Pizza! Morgen geht’s aber los. Sonst schlagen wir noch Wurzeln. Zwölf Te Araroa Wanderer fahren Morgen mit dem Schulbus. Eine Klassenfahrt!

Nadine

😄😐😣: 9/10

💪: 10/10

So einen faulen Tag hatten wir seit Wellington nicht mehr. Aber mich juckte es in den Beinen und ich wäre gerne weitergelaufen. Das Wetter in Methven war nicht allzu schlimm, doch wir sahen die Wolken in den Bergen, die nichts Gutes verhiessen.
Morgen geht’s dann aber definitiv weiter mit mindestens zehn anderen Te Araroa Wanderern, die gerade in Methven sind. So viele hatten wir bisher noch nie auf einmal gesehen. Wird wohl unterwegs ein Rennen zu den Hütten geben.

Tag 86: Methven (Trailbeginn) nach Double Hut

32 Kilometer, 9h15min

Philippe

😄😐😣: 7/10

💪: 5/10

13 Te Araroa Wanderer waren wir heute im Schulbus. Ein Gruppenfoto musste beim Trailhead also sein. Das Wetter war noch okay, als wir gestartet waren. Nur der Wind liess uns des Öfteren taumeln. Die A-Frame Hut und die Comyns Hut erreichten wir jeweils zügig. Der 4WD Track war gut erhalten und die ersten +650m Aufstieg waren zur Abwechslung im Zickzack den Sattel hinauf.
Danach war’s aber vorbei mit schön. Die nächsten 2-3h verbrachten wir in einem Fluss und überquerten ihn locker über 50 Mal. Und es fing an zu regnen. Nach dem Flussabschnitt war ich so runtergekühlt, dass ich meine Finger für mehrere Stunden nicht mehr spüren konnte. Die Füsse waren sowieso kalt. Nadine musste mir sogar helfen, Regenhose, Fleecejacke und Handschuhe anzuziehen. Meine Finger waren nicht mehr in der Lage einen Reißverschluss zu öffnen.
Wärmer eingepackt erklommen wir einen weiteren Sattel und liefen von da an wieder bergabwärts. Tussock, Spaniard Grass, Matagouri, Geröll und kein wirklicher Pfad. Es war sehr anstrengend, aber nicht demotivierend. Bei der Double Hut beendeten wir den nasskalten Tag. Hoffentlich wird es morgen besser.

Nadine

😄😐😣: 6/10

💪: 7/10

Nach drei Wochen Sonnenschein hatte ich vergessen, wie es ist, bei Regen zu wandern. Und zu frieren. Seit dem Mittag regnete es ununterbrochen und ich sehnte die trockene Hütte herbei. Ausserdem schmerzte mir wieder die Hüfte. Ich glaube, die mag keine Zero Days.
Im Schulbus heute Morgen waren wir 13 Te Araroa Wanderer wir starteten als erste und kamen als erste in detr Hütte an. Ich hoffe, nicht alle streben diese Hütte an, denn es hat hier nur sechs Betten. 😉
Ach ja, als hätte uns der Regen nicht schon durchnässt, mussten wir mehrere Flüsse / Bäche 70 (!) Mal überqueren.

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Tag 87: Double Hut nach Lake Clearwater Village

36 Kilometer, 7h55min

Philippe

😄😐😣: 7/10

💪: 8/10

Es war arschkalt am Morgen. Ich brauchte dann auch eine Weile, bis ich es aus dem Schlafsack schaffte. Ausser T-shirt und Unterhose war alles noch feucht. Und alles stank nach dem kümmerlichen Feuer vom Vorabend. Also montierte ich Daunenjacke und Leggins.
Es regnete während der Morgenstunden immer wieder. Der 4WD-Track machte die Sache erträglicher. Gegen Mittag klarte es über uns auf. Der richtige Zeitpunkt fürs Mittagessen. Nach einer halben Stunde tauchte Paola überraschend auf, die den Te Araroa nordwärts läuft. Wir kennen sie aus Hobart durch die TA-Facebookgruppe. Leider war’s mit dem Wiedersehen bald wieder vorbei. Es warteten auf uns alle noch ein paar Kilometer.
Der Wind legte wieder zu und blies natürlich in die Gegenrichtung. Mein Kopf fühlte sich bald müde und benommen an. Kilometer um Kilometer liefen wir durch die gelbbraune Landschaft. Ausser ein paar Sträuchern und kahlen Bergen gab es nicht viel fürs Auge, 7km vor dem Trail Ende beim Rangitata River schlugen wir einen anderen Weg in Richtung Lake Clearwater Village ein. Wir wollten so noch die letzten paar Autos in diese Richtung erwischen. Der hohe Wasserstand des Rangitata Rivers verunmöglicht nämlich eine Überquerung. Und das für mehrere Tage, da der neu gefallene Schnee schmelzen wird. Wir versuchen deshalb die 145km Umweg mit Hitchhiking hinter uns zu bringen (oder teilweise). Ķönnte aber schwierig werden.

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 9/10

Als der Tag anbrach, war der Himmel über uns klar, doch im Tal nebenan hingen die Wolken tief. Und die Berge um uns herum kriegten über Nacht Schneemützen. Ja, es war kalt. Bald überzog sich auch der Himmel über uns mit Wolken und bis am Mittag gab es einige leichte Regenschauer. Der Nachmittag war dann zum Glück wieder sonnig aber extrem windig.  Das Wetter hatte heute unsere volle Aufmerksamkeit.
Nach unserem Mittagessen erlebten wir dann noch ein schönes Wiedersehen. Paola, eine Freundin von uns, die wir aus Hobart (Tasmanien, Australien) kennen, läuft dem Te Araroa nordwärts und hier kreuzten sich unsere Pfade. Wir unterhielten uns, während sie zu Mittag ass, gingen dann gezwungenermassen aber wieder in die engegengesetzte Richtung weiter.
Wegen dem starken Regen der letzten Tage ist der Rangitata Fluss, der zwischen dieser und der nächsten Section fliesst, nicht überquerbar und wir versuchen nun, per Anhalter drum rum zu kommen (es hat wenig Verkehr). Wieder eine Stelle, wo es sich der Trust zu einfach machte, wie es scheint.
P.S. wir waren zu viert in der Double Hut.

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Tag 88: Lake Clearwater Village nach Bush Stream Carpark und weiter zur Crooked Spur Hut

8,5 Kilometer, 1h40min (off trail) und 9 Kilometer, 3h

Philippe

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

145km Umweg. Ich rechnete mit mehr als einem Tag. Wir schafften es in einem halben Tag. 8,5km laufen, drei hitches (zwei davon auf der Ladefläche) und eine Fahrt mit dem Pöstler (15$, 6 Te Araroa Wanderer) nach Mesopotamia Station. Wir schätzten uns glücklich – andere schafften es sogar noch schneller.
Die 9km zur Crooked Spur Hut waren anspruchsvoller als gedacht. Wir mussten den Bush Stream mehrere Male überqueren. Das Wasser war hoch. Bis zur Hüfte im Wasser kämpften wir gegen die starke Strömung an. Die Stöcke vibrierten. Ich fand es fast schon spassig, Nadine hatte mehr Mühe.
Bei der Hütte schlugen wir unser Zelt auf. Und siehe da, am Abend tauchten James und Mary Kate auf. Was für eine Überraschung! Sie hatten es doch noch geschafft.

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 5/10

Drei gratis Mitfahrgelegenheiten (zwei Mal auf der Ladefläche von Trucks), eine bezahlte (mit dem Pöstler) und 8,5 Kilometer Strassenlaufen. Kurz nach dem Mittag erreichten wir den Trail Beginn auf der anderen Seite des Rangitatas. Es lief besser als erwartet.
Aber die nächsten 9 Kilometer hatten es in sich. Der “Bach”, den wir mehrmals durchqueren mussten war teilweise hüfthoch. Und die Strömung war so stark, dass meine Wanderstöcke vibrierten und ich mich richtig gegen die Wassermassen stemmen musste. Schon scary, so was.
Nach diesem Tag bin ich nun richtig müde und ich war froh, dass wir schon nach 16.00 Uhr bei der Hütte ankamen und blieben.

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Tag 89: Crooked Spur Hut nach Camp Stream Hut

30,5 Kilometer, 8h40min

Philippe

😄😐😣: 9/10

💪: 9/10

Tussock. Überall Tussock. Während mehrer Stunden stolperten wir durch dieses heimtückische Gelände. Ein Schritt neben den kaum sichtbaren  Track und man landete in einem Loch oder im Spaniard Grass. Der Trail war heute auch mehrheitlich inexistent. Nur weit entfernte Markierungen und eine grosse Auswahl für die nächsten Schritte.
Das Highlight war der Stag Saddle, der höchste Punkt auf dem TA und die anschließenden Gratwanderung. Der türkisblaue Lake Tekapo weit unten und die teils Schnee bedeckten Alpen im Hintergrund. Atemberaubend schön. Einer der besten Abschnitte bisher. Und das Wetter spielte wieder mit. Keine Wolke am Himmel. Das goldgelbe Tussock akzentuierte den blauen Himmel perfekt.

Nadine

😄😐😣: 5-9/10

💪: 8/10

Heute Morgen hasste ich den Trail. Heute Nachmittag liebte ich den Trail.
Als ich aufwachte, fühlte ich mich fit und ausgeruht. Neun Stunden Schlaf zeigten ihre Wirkung. Doch mit dem Trail hatte ich teilweise grosse Mühe. Über offene Tussock Flächen mussten wir navigieren. Wo es einen Weg hatte, war er mit Tussock und Spaniard Gras überwachsen. Darunter verborgen sich Steine und Löcher, die mich immer wieder zum Stolpern und Fluchen brachten.
Zum Glück kam dann aber noch eine tolle Section. Wir stiegen über den Stag Saddle, mit 1925 m.ü.M. der höchste Punkt auf dem Te Araroa. Dank dem tollen Wetter konnten wir anschliessend die Hochroute wählen und liefen während drei Stunden entlang von Kreten mit herrlichen Aussichten auf die Alpen und Lake Tekapo. Die vorherigen Strapazen waren schnell vergessen. Und morgen erreichen wir den Ort Lake Tekapo. Ich kann das frische Essen bereits riechen.

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Tag 90: Camp Stream Hut nach Lake Tekapo Village

36 Kilometer, 6h55min

Philippe

😄😐😣: 9/10

💪: 8/10

Noch einmal durchs Tussock Country mit tollem Panorama über Lake Tekapo und und die Alpen. Dann war es aber wieder Zeit für die Kiesstrasse bis zum Touristenort Lake Tekapo. Die Kilometer flossen dahin. Alle machten Tempo, um schnell im Ort zu sein. Manche sogar ohne Pause.
Der Foursquare Supermarket war natürlich die erste Station. Saft, Chips, Früchte, Brot. Alles was das Wandererherz höher schlagen lässt. Auf dem Campground blieb dann noch Zeit für Waschen und Duschen. Morgen steigen wir für 100km aufs Fahrrad.

Nadine

😄😐😣: 9/10

💪: 10/10

Der Tag begann mit erneuter Track-Suche im Tussock. Doch bald liefen wir auf einem definierten und gut markierten Weg (herrlich!) über eine Hochebene mit Aussichten auf die Alpen und Lake Tekapo. Im Morgenlicht sah das Panorama ganz anders aus.
Nach einigen Stunden wich der Wanderweg einer Kiesstrasse und bald befanden wir uns im geschäftigen Lake Tekapo Village. Die zahllosen Touristen und das ganze Tohuwabohu waren ein bisschen viel aufs Mal und im Supermarkt war die Reizüberflutung komplett. Im Holidaypark ist es zum Glück etwas ruhiger

Tag 91: Lake Tekapo nach Lake Ohau Lodge

106 Kilometer, 8h (mit dem Fahrrad)

Philippe

😄😐😣: 9/10

💪: 8/10

Mein Arsch tut weh. Sehr weh. 106km Velofahren in einem Tag. Voll Banane! Es war grossartig. Ich werde es morgen bereuen ;).

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

100 Kilometer Wandern, mehrheitlich auf Strassen? Nein, Danke. 100 Kilometer Fahrradfahren? Oh yeah.
Aber 100 Kilometer Fahrradfahren sind nicht schmerzfrei, wenn man die letzten Monate nu gewandert ist. Ich hoffe jedoch, beim Weiterwandern morgen wieder andere Muskeln zu gebrauchen und nicht allzu krasse Auswirkungen zu spüren.
Dennoch bin ich froh, dass wir für einen Tag in die Pedalen traten und den Abschnitt recht zügig hinter uns brachten.
Vorbei an vier türkisfarbenen Seen mit den Alpen im Hintergrund war es auch definitiv eine eindrückliche Szenerie.
Mary Kate und James, Roos (NL) und Aron (USA) waren auch mit von der Partie und ebenfalls erleichtert, als wir mit wackeligen Knien unser Ziel erreichten.
Meine GPS- und Tracking-Uhr gibt nun an, dass ich 120 Stunden Erholung bräuchte. Naja, 12 Stunden müssen genügen…

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Tag 92: Lake Ohau Lodge nach Ahuriri River

28,5 Kilometer, 7h30min

Philippe

😄😐😣: 8/10

💪: 6/10

Wie erwartet waren meine Knie vom Velofahren wie Pudding; der schmerzt. Wir liessen es deshalb langsamer angehen oder zumindest mit mehr Pausen.
Anfangs mussten wir zurück auf den Trail, dann mühten wir uns 900m hinauf durch Wald ins Land der Büsche (aka Tussock). Und die mussten wir dann auch wieder runter. Eigentlich kein schlimmer Tag, wenn die 106km von gestern nicht gewesen wären.
Auf dem Weg traffen wir ein Schweizer Paar (Jenny + Phil(l)ip(p)(p)(e)), die mehrere Sections vom Te Araroa machen. Sie kannten unseren Blog – haha, jemand liest unseren Blog 😉 – was ich ganz lustig fand. Wir campten am Abend auch beim gleichen Spot.
Nach dem Ahuriri River war Schluss für heute. Nach 16 Uhr, ein früher aber benötigter Feierabend. Mary Kate und James kamen dann auch irgendwann. Sie hatten auch ihre Mühe gehabt 😆.

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 7/10

Mein Körper verkraftete die gestrige Leistung recht gut. Doch ich schlief kaum. Gegen 22 Uhr stellte ich fest, dass ich auf dem Boden lag. Toll. Meine Schlafmatte hat ein Loch. Nach drei Mal Aufpumpen liess ich es bleiben und arrangierte mich mit dem harten Untergrund. Heute Abend fand ich einen kleinen Schnitt und reparierte ihn mit Textilkleber. Ich hoffe, nun ist die Matte wieder dicht.
Defekt ist sie aber trotzdem noch. Vor 12 Tagen platzte mir eine Kammer. Ja, wie bei meiner letzten Matte… 😐
Wenigstens kaufte ich diese Matte in Neuseeland und sollte es einfacher haben, eine neue Matte zu kriegen. Aber das muss bis nach dem Trail warten.

Tag 93: Ahuriri River nach 7,5km vor Stodys Hut

31 Kilometer, 8h

Philippe

😄😐😣: 8/10

💪: 7/10

Die ersten paar Kilometer bis zu einer privaten Hütte gingen nur langsam voran. Kopf und Körper waren müde. Eine Kopfschmerztablette machte mich aber fit für den Aufstieg zum Mt. Martha Saddle (1680m). Irgendjemand hatte einen 4WD-Track bis zum Sattel gebulldozert. Warum auch immer. Wir waren jedenfalls froh drum und konnten uns an den Höhenmetern auspowern.
Ein kalter Wind blies uns fast vom Pfad. Erst nach dem Abstieg zur Talsohle liess er nach. In der Top Timaru Hut assen wir ein spätes Zmittag und unterhielten uns mit den anderen Te Araroa Wanderern, die für die Nacht blieben. Wir entschieden uns weiterzugehen. Die Berichte entgegenkommender Te Araroa Nobos bestätigten uns Campingmöglichkeiten zwischen hier und der nächsten Hütte.
Es ging wieder unterhalb der Baumgrenze und es kehrte wieder grün in unser Leben ein. Kurz vor 5 machten wir dann Schluss. Auf einem moosbewachsenen Plätzchen schlugen wir unser Zelt auf und eilten bald schon zu einem nahegelegenen Wasserfall.

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

Meine Schlafmatte ist wieder dicht! Für den Moment. 😉
Mit ein wenig mehr Schlaf als gestern begannen wir den scheinbar endlosen Austieg zum Mt. Martha Saddle. Der Abstieg hingegen ging natürlich vergleichsweise schnell vorüber. Wegen des starken Windes zögerten wir unsere Mittagspause hinaus, bis wir eine Hütte erreichten. Um den Tag zu beenden war es da noch zu früh, die nächste Hütte war aber zu weit entfernt. Also campen wir zwischendrin. Mary Kate und James sind ebenfalls hier. Der Campspot hat auch einen tollen Vorzug: 3min entfernt hat es einen Wasserfall aka eine Dusche. 🙂

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Tag 94: 7,5km vor Stodys Hut nach Hawea Rivet Camping Area

40 Kilometer, 10h25min

Philippe

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

Heute gings auf und ab, auf und ab. Und in stetiger Begleitung des kalten Windes. Der Abschnitt zwischen Stodys Hut und Lake Hawea war meistens exponiert oder führte über Grate. Es war richtig anstrengend. Ich wusste nie, wo mich der nächste Schritt hinführte. Die Böen drückten mein Bein einfach einen Meter weiter zur Seite. Auf dem Breast Hill hatten wir eine tolle (und windige) Aussicht hinunter auf Lake Hawea und Wanaka.
Nach den ersten herausfordernden 22km waren wir auf Seehöhe. Von da an war es immer noch windig aber flach und uninteressant. Wir pushten voran, wollten wir doch den DOC Campground erreichen, damit wir noch am Vormittag bei der Post in Wanaka sein können. Nach 40km erreichten wir bei leichtem Regen das Camp; müde und froh.

Nadine

😄😐😣: 7/10

💪: 8/10

Heute war Banane hoch 3. Es begann noch im Dunkeln. Die ersten Sidlings und Flussüberquerungen machten wir im Licht des Mondes und unserer Stirnlampen. Aber dann ging’s erst richtig los. Über 2750m Aufstieg und 3150m Abstieg. Und das in den ersten 22 Kilometern. Bei teilweise so starkem Wind, dass ich einige Male sprichwörtlich vom Weg geblasen wurde. Es war recht ermüdend.
Die letzten 18 Kilometer hingegen waren flach und unspannend. Wir liefen so weit, damit wir morgen bereits am Vormittag in Wanaka sind und unsere Bounce Box holen können. Post-Öffnungszeiten am Samstag… tststs.

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Tag 95: Hawea River Camping Area nach Wanaka

14 Kilometer, 2h45min

Philippe

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

Noch vor dem Morgengrauen liefen wir los. Schliesslich wollten wir um 9 Uhr bei der Post sein. Auf Spazierwegen führte der Trail nach Wanaka. Wir legten die Strecke dementsprechend schnell zurück. Immer zur rechten Seite der Fluss und später Lake Wanaka. Die frühen Sonnenstrahlen liessen die umliegenden Berge erglühen. Ein toller Einzug nach Wanaka.
Die Bounce Box war schnell erledigt. Nadine brauchte neue Schuhe; ich ein T-shirt. Dann gings ans grosse Essen-Einkaufen. Möglichst viel frisches aber auch Ungesundes.
Im Lake View Holiday Park hatten wir zusammen mit Mary Kate und James eine Cabin gebucht. Eine der letzten “günstigen” Optionen mit Dach über dem Kopf. Wanaka ist busy. Überall Touristen und “no vacancy” Schildern. Aber noch immer relaxter als Queenstown. Wir geniessen jetzt aber mal unsere zwei Rasttage.

Nadine

😄😐😣: 9/10

💪: 9/10

Früh morgens brachten wir rasch die restlichen 14 Kilometer nach Wanaka hinter uns. Mensch, vor vier Monaten hätte ich so einen Satz nie geschrieben! 😉
Wir waren in Wanaka, bevor die Post öffnete. Mit der Bounce Box erhielt ich mein drittes Paar Schuhe. Höchste Zeit, denn bald wären es nur noch Sandalen gewesen, so grosse Löcher hatte mein altes Paar.
Nun warten wir, bis die Cabin bereit ist, die wir zusammen mit Mary Kate und James gemietet haben. Ein wenig Luxus für unseren womöglich letzten Zero Day morgen.

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