Te Araroa Trail Tage 26-32: “Raus aus der Stadt.”

In den vergangenen 7 Tagen wanderten wir von Auckland nach Hamilton und legten 197 Kilometer auf dem Te Araroa Trail zurück.

Total TA Kilometer: 799 Kilometer gemäss Karte

Bester Moment

Philippe: Durch die Wälder wandern

Nadine: Trail Magic (Dusche und Familien BBQ)

Schlimmster Moment

Philippe: Heuschnupfen

Nadine: über löchrige und mit Kuhfladen bedeckte Kuhwiesen Stolpern

Hinweise: Die Kilometerangaben sind ungefähr. Die Wanderzeiten sind reine Laufzeiten, ohne Pausen. In der Regel machen wir 1,5 – 2 Std. Pause unterwegs. Die Smiley’s beschreiben unseren Gemütszustand, der Muskelarm unser physisches Befinden. 10/10 ist jeweils das Beste.

Unsere aktuellen Bilder vom Trail findest du immer auf Instagram.

Tag 26: Auckland (Epsom) (Zero Day)

0 Kilometer

Philippe

😄😐😣: 9/10

💪: 9/10

Ein Zero Day ist bei uns eher ein Erledigungstag. Blog am Morgen und Nachmittag Shopping. Wir wollten unsere Flipflops durch bequeme Campschuhe ersetzen und neue Sohlen für die Schuhe kaufen. Ein paar der Blasen führe ich zumindest auf die Sohlen zurück. Zum Einkaufen liefen wir nach Newmarket, wo wir während unseres Sprachaufenthalts in Auckland oft anzutreffen waren. Wir schauten deshalb beim Fitnesscenter, beim Kino und einem Take-Away vorbei. Alte Erinnerungen kamen auf.

Nadine wurde bei Crocs fündig und ich kaufte mir mangels passender Grösse bei den Crocs leichte Teva Sandalen. Beides ideale Campschuhe, die wir auch für längere Flussquerungen gebrauchen könnten. Und viel schwerer als meine alten Flipflops sind sie nicht.

Unsere Bounce Box bzw. den Inhalt holten wir zuletzt. Da es Sonntag war, hatten die Postämter leider geschlossen. Wohl oder übel mussten wir es am Montag aufgeben.

Nadine

😄😐😣: 7/10

💪: 10/10

Ein weiterer geschäftiger Zero Day (Campschuhe und Schuhinnensohlen kaufen, Bounce Box vorbereiten, etc.), den wir mit selber gebackener Apfelwähe abschlossen. 😉

Diana und ihre Mädchen mochten sie ebenfalls und so kuschelten wir uns gesättigt und wohlig ins warme Bett. Wieder wissen wir nicht, wann wir das nächste Mal in einem schlafen werden.

Tag 27: Auckland (Epsom) nach Manukau

34 Kilometer, 7h15min

Philippe

😄😐😣: 6/10

💪: 6/10

Unser Trail Angel Diana war so nett und brachte uns und das Paket zur nächsten Post. Danach liefen wir auf dem Te Araroa weiter. Ich kann mir durchaus Besseres vorstellen, als durch Auckland zu laufen. Dennoch überraschte mich die Vielfalt der Route. Im Ambury Park wähnte ich mich schon gar nicht mehr in Auckland.

Sonst war es aber eher öde und mental und physisch anstrengend. Der Lärm der Strassen, die Reizüberflutung, die Sonne, die Flugzeuge im Landeanflug, die Industriegebiete und der ewige Asphalt.

Wir waren echt froh, als wir im Holiday Park in Manukau ankamen. Ein überteuerter (20$ p.P.) Campingplatz mit einer Küche ohne Geschirr o.Ä., mit in die Jahre gekommenen Anlagen, und den üblichen assigen Dauercampern. Die Nähe zum Flughafen zahlt sich für die Besitzer sicher aus.

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

Obwohl wir heute den ganzen Tag durch Stadtgebiet liefen, war die Strecke erstaunlich grün und natürlich. Wir liefen durch einige Parks, Naturreservate und lange der Küste entlang.

Spannend aber weniger schön waren Abschnitte naben der städtischen Kläranlage, vorbei am Flughafen (Landeanflug über unseren Köpfen) und durch Industriegebiete.

In Manukau checkten wir mit müden Füssen beim Campingplatz ein (20$ pro Person!) und ich versuche mir nun mal ein Bild davon zu machen, was uns die nächsten Tage so erwarten wird. Eines ist sicher, mit Strandlaufen ist es nun für einige Zeit vorbei.

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Tag 28: Manukau nach Hunua Falls

33 Kilometer, 7h45min

Philippe

😄😐😣: 8/10

💪: 6/10

Hurra! Endlich sind wir raus aus der Stadt.

Bereits nach den ersten Metern spürten wir die auf den Strassen von Auckland zurückgelegten Kilometer. Entweder waren es die Füsse oder die Hüfte oder dann die Schultern. Auch nach 28 Tagen zwickt und schmerzt es immer noch regelmässig. Als der Abstand zwischen den Häusern immer grösser wurde, begann ich aufzuatmen. Und irgendwann kamen wieder Bauernhöfe und vereinzelte Siedlungen.

Die Strecke entlang des Wairoa Rivers war dann wieder in der Natur und die Last der Stadt fiel langsam von uns ab. Unser Zelt schlugen wir bei den Hunua Falls auf. Für einen Schwumm war mir das Wasser dann aber zu kalt.

Nadine

😄😐😣: 5/10

💪: 8/10

Heute stand wiedermal stundenlanges Strassenlaufen mit vielen vorbeirasenden Trucks auf dem Programm. Ich hatte auch etwas Mühe, mich zu motivieren (trotz Sonnenschein 😉). Aber was machen wir denn dann? Genau, einen Fuss vor den anderen.

Und schliesslich führte uns der Te Araroa wieder in den Wald. Eine nette Abwechslung nach so vielen Kilometern durch urbanes Gebiet. Campen konnten wir bei den Hunua Falls, einem schönen, pittoresken Wasserfall im Wald.

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Tag 29: Hunua Falls nach Mangatawhiri (Lyons Rd.)

33 Kilometer, 9h45min

Philippe

😄😐😣: 6/10

💪: 6/10

Heute verbrachten wir den ganzen Tag im Wald. Die Ruhe und Isolation stellt die merkwürdigsten Dinge mit dem Hirn an. Irgendwann werden mir meine eigenen Gedanken zu viel und ich stöpsle Podcasts oder Musik ein. Oder es ergeben sich bizarre Gespräche über Essen wie das ideale imaginäre Abendessen.

Vorspeise: Toast mit Vegemite (Marmite geht natürlich auch) und Spiegelei.

Hauptspeise: Pizza!

Dessert: Kürbiskuchen und Kokoseis.

Und die ganzen Weihnachtskekse sind wir auch durchgegangen.

Die letzten 9 Kilometer durch den Wald waren am anstrengendsten. 15.00 Uhr war uns zu früh zum Campen. Also nahmen wir den anspruchsvollen “Tramping Track” in Angriff. Der Wald war wunderschön steil und artenreich und nahm uns die letzten Kraftreserven. Als wir dann um 19.00 Uhr bei einem Bauern unser Zelt aufschlugen waren wir platt. Kein Wunder! 9h45min reine Laufzeit war der bisher längste Wandertag. Und +1600m rauf und runter.

Nadine

😄😐😣: 6/10

💪: 8/10

Was für ein Tag! Fast 10 Stunden wandern, 33 Kilometer (inkl. 1,5km Umweg), und über 1600m bergauf und nochmals soviel bergab. Und das alles im Wald. Obwohl, das war das Beste daran, die Sonne hätte uns heute ansonsten gegrillt. À propos gegrillt: Auf den letzten Kilometern überlegten wir uns, was wir gerade am liebsten essen würden (Hallo Trail Food Syndrome!). Unsere Wahl fiel auf:

Vorspeise: Toast mit Margerine, Marmite und einem Spiegelei, Salat und eine Käseplatte (Schweizer Käse, bitte)

Hauptspeise: Pizza

Dessert: Kürbiskuchen resp. Apple Crumble

Zweites Dessert (weil wir noch nicht satt sind): Kokoseis

“En Guete!”

P.S. Tatsächlich gabs zum Abendessen 3-minuten-Nudeln mit Erbsen und Tomatenpüree und Schokolade/Kekse…

 

Tag 30: Mangatawhiri (Lyons Rd.) nach vor Rangiriri

35 Kilometer, 9h30min

Philippe

😄😐😣: 5/10

💪: 8/10

Manchmal geht der Te Araroa auf den Sack. Speziell die ersten 20 Kilometer waren einfach nur Kacke. Ich durchlebte meine persönliche Heuschnupfen-Hölle. Hätte ich keine Medis dabei gehabt, wäre ich an meine eigenen Schnodder erstickt. Überall blühten die Gräser und die Route war perfekt durch Wiesen, Felder und Weiden geführt, wo schon länger keine Kuh oder Rasenmäher mehr gegrast hatten.

Bei jeder Pollenwolke produzierte ich mehr Nasenschleim bis ich in Mercer in die heile Welt einer Autobahnraststätte flüchtete.

Nach Mercer gings den Waikato River entlang. Zuerst durch unsägliches Gebüsch, das uns den letzten Nerv raubte. Dann wurde es aber besser und wir konnten die Umgebung geniessen. Manchmal wünschte ich mir eine Wanderautobahn à la Appalachian Trail.

Nadine

😄😐😣: 6/10

💪: 8/10

Ich finde gerade keine Worte (und Energie) um den heutigen Tag in Sätzen zu beschreiben.

Gras, das so hoch war, dass es am Kinn kitzelte. Philippe’s dauerndes Niesen. Kuhfladen-Slalom auf Flussdämmen. Sundae Glacé von McDonalds. Löchrige Kuhwiesen. Hohes Gras und Gebüsch mit versteckten Löchern und anderen Stolperfallen. Friedliche Umgebung dem Waikato Fluss entlang. Unnötig sadistische Umwege in der Streckenführung. Boardwalks, die man im dichten Grün erst entdeckt, wenn man die nassen Schuhe aus dem Schlamm gezogen hat.

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Tag 31: vor Rangiriri nach vor Hakarimata Scenic Reserve

30 Kilometer, 6h15min

Philippe

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

Heute trafen wir nach Langem auf andere Te Araroa Wanderer, Mike (UK) und Emily (USA). Sie starteten drei Tage früher als wir und wir haben uns – den Gesprächen nach zu schliessen – immer knapp verpasst. Es war wie immer toll, den letzten Klatsch miteinander auszutauschen und über andere Begegnungen mit Te Araroa Wanderern zu erzählen.

In Huntly trennten sich unsere Wege, da wir eigentlich hier übernachten wollten. Doch eine Revision der Kilometer nach Hamilton und eine Buchung im YHA Hostel in Hamilton veranlassten uns dazu, doch noch weiter zu wandern. Nach rund 30 Kilometern stoppten wir vor dem Harakimata Range. Diese hügelige Passage wollten/konnten wir uns nicht mehr antun.

Nadine

😄😐😣: 8/10

💪: 8/10

Der heutige Wandertag war eintönig, bis wir am späten Vormittag auf Emily (USA) und Michael (UK) trafen. Die ersten Te Araroa Wanderer seit Stillwater, abgesehen von einem Kiwi, den wir kurz trafen.

Sie brachten uns wieder etwas ins Bild wer vor und hinter uns läuft und wir führten tolle Gespräche, die einige Kilometer schnell verfliegen liessen. Nach dem Mittagessen trennten sich unsere Wege. Wir mussten einkaufen und waren noch unschlüssig, ob wir in Huntly übernachten sollten. Nach einigem Hin und Her (solche Entscheidungen sind def. nicht unsere Stärke) entschlossen wir uns bis zum Hakarimata Scenic Reserve zu laufen, damit wir morgen in einem Tag nach Hamilton laufen konnten (ein Zero Day lockt!).

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Tag 32: vor Harakimata Scenic Reserve nach Hamilton

32 Kilometer, 8h30min

Philippe

😄😐😣: 7/10

💪: 8/10

Gestern Abend war grossartig. Wir campten bei Emmeline und Joe in deren Garten und wurden sogleich zum Familien BBQ eingeladen. So viel Essen auf einem Tisch hatte ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Mitten im Familienchaos sassen wir also, stopften uns voll, erzählten von unseren Abenteuern und lauschten den Familiengeschichten. Und Joe erzählte uns sogar von Saomanischen Traditionen wie der Tattoo Kunst. Und eine Dusche nach fünf Tagen gab’s auch noch!

Der Tag war sehr regnerisch. Wir brachten die Harakimata Ranges schnell hinter uns (2h30min schneller als angegeben). Danach folgten wir dem Waikato River bis nach Hamilton und trafen erneut auf Emily und Mike. Zusammen liefen wir auf der grösstenteils dem Ufer entlang führenden Route bis zum YHA Hostel. Die nächsten zwei Nächte verbringen wir dort und feierten dies bereits mit Wein und … natürlich, Pizza!

Nadine

😄😐😣: 9/10

💪: 9/10

Kleine Dinge machen das Leben schön. So funktioniert das auch auf dem Trail. Ich war völlig zufrieden nach der Dusche und dem tollen BBQ gestern (eine halbe Party war das), wir wurden am Morgen mit besten Wünschen verabschiedet und mich störte noch nicht mal der Regen, der immer wieder auf uns niederprasselte, oder der steile, schlammige Weg (ich fiel nicht ein Mal hin!), oder die anscheinend fantastischen Aussichten, die uns hinter einem Schleier aus Regen und Wolken verborgen blieben.

Ich war einfach happy auf dem Te Araroa Trail zu sein und Neuseeland durchwandern zu können.

Passend zu meinem aktuellen Geisteszustand waren auf einer kurzen Strecke im Harakimata Scenic Reserve Zitate angebracht.

“Attitude is a little thing that makes a big difference.” – Winston Churchill

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