Te Araroa Trail Erfahrungen: 4 Interviews mit Ex-TA-Wanderern

Wir sind mitten in der Vorbereitung für unsere Fernwanderung auf dem Te Araroa Trail in Neuseeland. Während wir mit dem Lesen von Trailnotes, dem Nähen von Ausrüstungsgegenständen und der Berechnung unserer Ernährung beschäftigt sind, fragen wir uns, wie sich bisherige Wanderer auf den Te Araroa Trail vorbereiteten und wie sie die Fernwanderung erlebten.

Also haben wir uns mit vier Wanderern/Wanderpaaren in Verbindung gesetzt und stellten ihnen acht Fragen zu ihren Erfahrungen. Ihre Antworten gaben uns einen tollen Einblick in ihre Te Araroa Trail Erfahrungen. Die Antworten wurden von uns aus dem Englischen übersetzt.

Interviews zu den Te Araroa Trail Erfahrungen:

Anthony „Whin“ und Fiona „Whiona“ Burleigh

TA-Roundup-Anthony-und-Fiona

Fiona und Anthony bei der Martin’s Hut im Longwood Forest, Southland

Blog: whiowhio.weebly.com/blog

Info: Anthony und Fiona (NZ) wanderten den Te Araroa Trail auf der Südinsel in der 14/15-Saison und liefen von Süd nach Nord (northbound NOBO), um von allen Wanderern, die auf der Südinsel liefen, ein Bild machen zu können. Das Resultat ist eine fantastische Gallerie mit Bildern von allen Wandernern, die sie trafen:

Whin hat seinen Bart noch nicht rasiert und hat es auch nicht vor.

  1. Warum entschiedet ihr euch dazu, den Te Araroa Trail in Neuseeland zu wandern?

Wir begannen zu wandern, als unsere Kinder ausgezogen waren. Als wir fitter wurden, stellten wir fest, dass wir mehr wandern wollten. Wir machten einige lange Wanderungen auf einer Tour durch Europa vor etwa 4 Jahren und wurden inspiriert, den Camino de Santiago zu wandern. Als wir uns jedoch auf einer Wanderung um Mount Ruapehu im Zentrum der Nordinsel befanden, trafen wir drei Te Araroa Wanderer, Franzi, Jonah und Melanie.

Unser Haus ist am Te Araroa und wir luden sie ein, bei uns zu übernachten, wenn sie durch Palmerston kämen. Das taten sie und wir realisierten, dass Neuseeland seinen eigenen Pilgerweg hat… Te Araroa.

Wir sind Neuseeländer… dies ist unser PCT [Pacific Crest Trail in the USA], Camino [Europa], Kungsleden [Schweden].

Wir wanderten einzelne Sektionen auf der Nordinsel, entschlossen uns aber, den Süden als “through hike” zu durchwandern… und werden auch den Norden als „through hike“ meistern.

  1. Wie lange bereitetet ihr euch für die Wanderung auf dem Te Araroa Trail vor?

Wir verbrachten etwa 15 Monate mit der Planung und Vorbereitung des Trips, nachdem wir uns entschieden hatten. Wir planen zurzeit die Nordinsel-Route und werden etwa die selbe Zeit für die Vorbereitung brauchen. Dieses Mal wird es jedoch etwas schwieriger, da wir vor haben, querfeldein durch einige der anspruchsvollsten Wander-Gebiete Neuseelands, über die Berge der Ruahines, zu wandern.

Wir haben unsere Fitness sukzessive aufgebaut, stürzten uns aber nicht gleich voll rein. Wir begannen etwa 6 Monate vor dem Beginn der Wanderung mit Pilates. Das half beträchtlich beim Aufbau der Rumpfmuskulatur und gab uns eine gute Strechting-Routine, die wir auch während des Te Araroa Trails befolgten.

Da wir die Südinsel NOBO (northbound, von Süd nach Nord) wanderten, verbrachte Whiona viel Zeit damit, die Trailnotes rückwärts umzuschreiben.

  1. Bezüglich was musstet ihr feststellen, dass ihr euch nicht ausreichend vorbereitet hattet und wo hattet ihr euch übervorbereitet?

Whiona’s Logistik hat beinahe den Spass aus dem Trail organisiert (sie schrieb diese Antwort, nicht Whin). Aber als wir starteten, konnten wir der Logistik einfach folgen und alles so nehmen, wie es kam, ohne irgendwelche Vorgaben bezüglich wie weit oder wie schnell wir jeden Tag gehen sollten einhalten zu müssen.

  1. Was stellte sich auf dem Trail ganz anders heraus, als ihr es erwartet hattet?

Die Vielseitigkeit der Landschaften. Das breite Grinsen auf den Gesichtern aller anderer Wanderer. Wie wir nie an uns zweifelten.

  1. Habt ihr ein spezifisches Ereignis oder einen Ort, der euch am besten in Erinnerung geblieben ist?

Whin: Die Landschaft und das Wetter in den Trockenregionen von Queenstown zum Lake Coleridge: Hitze, Blauer Himmel und goldene Hügel … beeindruckend.

Whiona: Die Zwei-Stunden-Tage. Uns selber etwas Ruhezeit zu gönnen, indem wir einfach zur nächsten Hütte liefen. Zeit um zu bloggen, Kleider zu waschen und auszuspannen.
1. Comyns zur A-frame Hut
2. Royal Hut zur Stone Hut
3. Ahuriri River zur „baufälligen“ Hütte über dem East Ahuriri River. Die Trailnotes sagen, sie sei heruntergekommen, aber das DOC hat sie zurechtgemacht. Nur zwei Matratzen und eine Maus.

  1. Was sind 3 Tipps, die ihr uns für unsere kommende Wanderung auf dem Te Araroa Trail diese Saison mitgeben möchtet?

Wasser: in den südlichen Bergen hat es immer Wasser. Mindestens alle 5 Kilometer. Wir trugen maximal je 750ml. Nur die Tararua Tops und in Richmond von der Slaty Hut zur Rintoul Hut (SOBO) waren trocken. Wir benutzten nur Iodine Tabletten bei Wasser aus Farmland.

Food Boxen: schickt auch Party-Food und Getränke, für wenn ihr sie öffnet. Unsere waren etwas spartanisch. Die Läden in St. Arnauds und Arthur’s Pass sind sehr sehr limitiert und ++ teuer… schickt Food Boxen an diese Orte.

Nehmt euch Zeit und geniesst es. Es ist kein Rennen!

  1. Was war das stärkste Gefühl das euch überkam, als ihr das Ende des Trails oder eurer geplanten Sektion erreicht hattet?

Whin: Müdigkeit, aber ein überwältigendes Gefühl des Erfolgs
Whiona: Trauer
Beide: Hunger (ist das ein Gefühl?)

  1. Hattet ihr eine “Post Trail Depression”?

Oh, ja. Whiona suchte die nächsten 5 Monate nach Möglichkeiten, um dem „normalen Leben“ zu entfliehen. Whin ging direkt wieder zurück in eine sieben wöchige Auftragsarbeit vor dem Computer… Die Arbeit war gut, aber die mangelnde Bewegung war extrem herausfordernd. Er hat seinen Bart noch nicht rasiert und hat es auch nicht vor.

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Jörg Flügge

TA-Roundup-Jörg-Flügge

Jörg auf dem Te Araroa Trail

Blog: www.joerghikesnz.net

Info: Jörg (DE) wanderte den Te Araroa Trail als “through hike” in der 14/15-Saison von Nord nach Süd (southbound, SOBO).

Ich dachte, es würde eine sehr einsame eremitische Erfahrung sein, irgendwo im Nirgendwo zu wandern.

  1. Warum entschiedest du dich dazu, den Te Araroa Trail in Neuseeland zu wandern?

Mein Entschluss, den Te Araroa zu wandern, kam durch einen glücklichen Zufall zu Stande. Ich wollte mir eine Auszeit gönnen, von der Arbeit, vom Leben und brauchte ganz allgemein einen Neustart. Es war eine Art Mid-Life-Crises. Da ich für meine Arbeit viel reiste, hatte ich genügend Flugmeilen für ein Around-the-world-Ticket. Als ich mir etwas genauer anschaute, wo ich hingehen könnte, blieb ich bei NZ stecken. Ich wusste, dass Wandern und die Great Walks eine Möglichkeit waren und stolperte über einen Artikel über den Te Araroa. Ziemlich von Beginn weg entschied ich mich, meine gesamte Auszeit dem Trail zu widmen und NZ ganz detailliert anzuschauen, anstelle in der ganzen Welt rum zu reisen. Die drei grossen US-Trails zog ich so als Alternative gar nie in Betracht.

  1. Wie lange bereitetest du dich für die Wanderung auf dem Te Araroa Trail vor?

Ich nahm mir, von der Idee bis zur tatsächlichen Kündigung meiner Arbeitsstelle, fast ein Jahr Zeit. Die eigentliche Vorbereitung, wie z.B. über den Trail und Wandern allgemein (ich habe so etwas vorher noch nie gemacht) zu lesen, Ausrüstung zu kaufen und das Visa zu beantragen brauchte 2-3 Monate. Ich arbeitete bis etwa eine Woche bevor ich nach NZ aufbrach.

  1. Bezüglich was musstest du feststellen, dass du dich nicht ausreichend vorbereitet hattest und wo hattest du dich übervorbereitet?

Ich denke ich hatte zu viel Kleinkram mit, den ich nie wirklich brauchte. z.B. Feuerstahl, zwei Taschenmesser und am Anfang viel zu viel Essen. Das Meiste, das ich ohne wirkliche Erfahrung kaufte, stellte sich als okay heraus. Ich wechselte jedoch früh meinen Rucksack zu einem Aarn Featherlite, was zwar eine teure aber fantastische Entscheidung war. Ich hätte auch besser Schuhe gebraucht. Während dünne Sohlen für Läufer ein Hype sind, sind sie keine gute Idee, wenn du 15-20kg extra Gewicht auf den Füssen hast.

  1. Was stellte sich auf dem Trail ganz anders heraus, als du es erwartet hattest?

Ich dachte, es würde eine sehr einsame eremitische Erfahrung sein, irgendwo im Nirgendwo zu wandern. Ich gewann noch nie so viele gute Freunde oder traf interessante Leute als in den 4,5 Monaten auf dem Trail.

  1. Hast du ein spezifisches Ereignis oder einen Ort, der dir am besten in Erinnerung geblieben ist?

So viele kommen mir immer wieder in den Sinn. Das Eindrucksvollste war wahrscheinlich, als ich auf der Spitze des Mt Crawford in den Tararuas stand. Ich war ganz alleine, konnte die West- und Ostküste und einige Bergspitzen der Südinsel, die die Wolkendecke durchbrachen, sehen. Nach einigen harten Tagen war es ein sehr intensiver Moment und ich schrie aus purer Freude.

  1. Was sind 3 Tipps, die du uns für unsere kommende Wanderung auf dem Te Araroa Trail diese Saison mitgeben möchtest?

Ich mache daraus drei praktische und einen philosophischen Tipp:

Pflegt eure Füsse. Haltet sie trocken, massiert sie und dehnt eure Beine. Stellt sicher, dass ihr bequeme Schuhe trägt, seien es Stiefel oder Turnschuhe, worin auch immer ihr euch gut fühlt.

Kümmert euch um eure Ernährung. Zu Beginn werdet ihr nicht sehr hungrig sein, aber das kommt nach 10 Tagen oder so. Stellt sicher, dass ihr genug und abwechslungsreiches Essen dabei habt.

Kümmert euch um euren Schlafkomfort. Eine gute Matratze, Ohrstöpsel, einen genügend warmen Schlafsack.

Zu guter Letzt, geniesst den Trail und nehmt euch Zeit. Tappt nicht in die Wettkamp-Falle. Ihr konkurriert nicht mit anderen über das Tempo, oder ob eure Ausrüstung leichter oder besser ist als ihre Ausrüstung. Ihr macht das für eure eigene Erfahrung, auf eure eigenen Kosten und Gesundheit. Behandelt es als solches.

  1. Was war das stärkste Gefühl das dich überkam, als du das Ende des Trails oder deiner geplanten Sektion erreicht hattest?

Keines. Es war eine Art Leere. Nicht einmal Erleichterung darüber, dass ich fertig war, kein grosser Rückblick. Ich denke, die letzte Woche war sehr hart mit sehr langen Tagen. Ich war auch alleine, vielleicht war das ein Fehler. Aber wenn ich jetzt zurück denke an die Tage und meine Erfahrungen auf dem Trail kriege ich manchmal Tränen in den Augen. Die Emotionen sind noch immer stark.

  1. Hattest du eine “Post Trail Depression”?

Nein, nicht wirklich. Zumindest nicht für eine Weile. Mein grösstes Ziel war es, wieder etwas mit meinem Leben anzufangen, produktiv zu werden, einen interessanten Job zu finden, Freundschaften wieder aufbauen. All die Dinge, die ich während der Wanderung vermisste. Nur jetzt, etwa 6 Monate später, mit einer vollen Arbeitswoche und kaum Freizeit, wünsche ich mir einige Tage für mich alleine auf dem Trail.

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Patrice und Justin La Vigne

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Justin und Patrice am Wegweiser am Ende des Trails in Bluff

Blog: www.wanderinglavignes.blogspot.com

Bild: Am Ende des Trails in Bluff

Info: Patrice und Justin (USA) wanderten den Te Araroa Trail als “through hike” in der 14/15-Saison von Nord nach Süd (southbound SOBO).

Seid flexibel und versteht, dass der Trail die Kontrolle hat, nicht ihr. 

  1. Warum entschiedet ihr euch dazu, den Te Araroa Trail in Neuseeland zu wandern?

Wir wollten schon immer mal nach Neuseeland und als wir vom Te Araroa hörten, wussten wir, dass dies die Art ist, wie wir das Land entdecken wollten. Wir entscheiden uns immer für die muskelbetriebenen Abenteuer. Wir haben viele U.S. Trails auf unserer Liste, aber das Timing war ideal, um nach Neuseeland zu gehen. Zum Beispiel ist der PCT [Pacific Crest Trail in den USA] im Moment zu überlaufen!

  1. Wie lange bereitetet ihr euch für die Wanderung auf dem Te Araroa Trail vor?

Während unserem thru-hike auf dem Appachailan Trail im 2011 hörten wir von einem Kiwi über den Te Araroa. Er blieb seither auf unserem Radar und wir verbrachten einige Zeit mit dem Lesen von Büchern und Blogs, um uns mit dem Trail vertraut zu machen. Die eigentliche Vorbereitung kam in den letzten vier Monaten vor der Abreise im November 2014.

  1. Bezüglich was musstet ihr feststellen, dass ihr euch nicht ausreichend vorbereitet hattet und wo hattet ihr euch übervorbereitet?

Ich denke nicht, dass wir für die den Gezeiten unterworfenen Gegenden und bezüglich dem Verständnis von Flut und Ebbe genügend gut vorbereitet waren. Wir waren noch nie auf einem Trail gewandert, der den Gezeiten unterworfen war und eigentlich kannst du dich auch nicht richtig im Voraus darauf vorbereiten. Du musst nur verstehen, wie es deine „Pläne“ beeinflusst.

  1. Was stellte sich auf dem Trail ganz anders heraus, als ihr es erwartet hattet?

Ich denke, der Trail selber hat uns am meisten überrascht. Wir dachten wirklich, wir hätten uns mit dem ganzen Lesen gut vorbereitet, aber die Geschichten der Herausforderungen wurden den eigenen Erfahrungen nicht gerecht. Der Te Araroa ist so einzigartig verglichen mit anderen Trails. Es gibt kein Guidebook, der Trail ist rau, du hast von Gezeiten abhängige Gebiete und manchmal andere logistische Herausforderungen.

  1. Habt ihr ein spezifisches Ereignis oder einen Ort, der euch am besten in Erinnerung geblieben ist?

Die Kiwi-Gastfreundschaft ist fantastisch. Und wir durften viel davon erfahren. Aber diese eine Geschichte zeigt einfach, wie einmalig Kiwis sind. Wir liefen auf dem Trail in Hamilton, der sich als beliebter urbaner Spazierweg herausstellte. Viele Leute beäugten uns mit unseren grossen Rucksäcken und Wanderstöcken. Eine junge dreiköpfige Familie hielt uns an und fragte, was wir machten. Wir erzählten es ihnen, und das führte zur nächsten Frage, wo wir diese Nacht schlafen würden. Wir sagten, wir planten in ein Hostel in Hamilton zu gehen. Die Frau sagte: „Quatsch. Ihr übernachtet bei uns. Übrigens, ich bin Paula, das ist Michael und unser Sohn Nathan.“

  1. Was sind 3 Tipps, die ihr uns für unsere kommende Wanderung auf dem Te Araroa Trail diese Saison mitgeben möchtet?

Seid flexibel und versteht, dass der Trail die Kontrolle hat, nicht ihr.

Nehmt euch Zeit, die Leute zu treffen, Kiwis sind fantastisch. Seid dankbar für ihre Gastfreundschaft.

Leave No Trace. Denkt daran, dass Neuseeland unberührte Landschaften zu bieten hat und es grossartig wäre, dies für die Zukunft so beizubehalten. Einfache Praktiken wie „packing in, packing out“, eure Exkremente vergraben, Tiere respektieren und nicht füttern, etc. kann einen grossen Unterschied machen.

  1. Was war das stärkste Gefühl das euch überkam, als ihr das Ende des Trails oder eurer geplanten Sektion erreicht hattet?

Wir haben immer gemischte Gefühle am Ende einer unserer Fernwanderungen. Unsere Körper sind müde und wir sind bereit für eine Pause, dennoch wollen wir nicht, dass es vorbei ist.

  1. Hattet ihr eine “Post Trail Depression”?

Oh ja!! Je mehr Fernwanderungen wir machen, desto schwieriger ist es, ins „normale Leben“ zurückzukehren. Wir versuchen, unsere Erfahrungen und Abenteuer zu unserem Leben zu machen, auch wenn wir arbeiten, aber wir vermissen das Leben auf dem Trail jeden Tag. Wir fühlen uns am meisten „zu Hause“ in der Natur.

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Debby und Rob McColl

TA-Roundup-Debby-und-Rob

Debby und Rob am Raumati Beach an der Kapiti Küste in der Wellington Section

Blog: robanddebsbigadventure.blogspot.com

Info: Debby und Rob wanderten die Südinsel auf dem Te Araroa Trail als “through hike” von Nord nach Süd (southbound SOBO) und wanderten die Nordinsel in drei Sektionen ab Oktober 2010.
Wir trafen die zwei durch einen glücklichen Zufall, als sie auf dem Lara Pinta Trail in den West MacDonnell Ranges in Australien wanderten.

Obwohl wir das Gefühl der Abgeschiedenheit genossen, liebten wir es, andere Wanderer zu treffen.

  1. Warum entschiedet ihr euch dazu, den Te Araroa Trail in Neuseeland zu wandern?

Wir lasen beide das Buch von Geoff Chapple über das Wandern durch ganz Neuseeland, und trafen dann ein junges Paar, Jonno und Corrine, die den Trail schon fast beendet hatten. Und sie überzeugten uns davon, dass wir es ebenfalls tun könnten – und das taten wir! Es war unsere erste Fernwanderung und da wir in Neuseeland wohnen, schien es die logische Wahl zu sein. Als wir losliefen wussten wir noch nicht mal, ob wir das Fernwandern mögen würden – aber wir liebten es.

  1. Wie lange bereitetet ihr euch für die Wanderung auf dem Te Araroa Trail vor?

Wir verbrachten viele Monate damit, andere Blogs zu lesen und zu planen, wie weit wir jeden Tag wandern könnten und wo wir Food Drops hinterlassen könnten. Wir mussten einige Freunde und Verwandte kontaktieren, die wir anfragten, uns auf dem Weg zu helfen, und wir mussten uns unserer Ausrüstung widmen und neue kaufen. Wir erstellten Tabellen, um uns mit der Planung zu helfen – und wir bereiteten dutzende dehydrierte Mahlzeiten zu. Das Verpacken und Versenden der Food Drops benötigte ebenfalls viele Stunden. Wir wanderten etwa 6 Stunden mindestens einmal wöchentlich und machten einige 20+ km Wanderungen zur Vorbereitung.

  1. Bezüglich was musstet ihr feststellen, dass ihr euch nicht ausreichend vorbereitet hattet und wo hattet ihr euch übervorbereitet?

Unsere Füsse litten an den ersten Tagen und wir trugen später sogar noch leichtere Schuhe, was uns half. Heisse Asphalt Strassen waren das Schlimmste! Ich glaube nicht, dass man sich übervorbereiten kann –wir wechselten unseren geplanten Wanderverlauf nur gering, wir konnten uns ziemlich genau an unseren Zeitplan halten.

  1. Was stellte sich auf dem Trail ganz anders heraus, als ihr es erwartet hattet?

Wir wanderten die Nordinsel in 3 Sektionen – und begannen im Oktober 2010. Wir waren erstaunt, dass wir nur einen anderen Te Araroa Wanderer trafen – und obwohl wir das Gefühl der Abgeschiedenheit genossen, liebten wir es, andere Wanderer zu treffen. Etwas weiteres Wunderbares war die Freundlichkeit von Fremden – eine echte Überraschung.

  1. Habt ihr ein spezifisches Ereignis oder einen Ort, der euch am besten in Erinnerung geblieben ist?

Die schwierigen Sektionen blieben uns in Erinnerung, da diese das grösste Erfolgsgefühl hervorriefen – die Ninety Mile Beach, die Tararuas, der Waiau Pass, die Richmond Ranges und der Mototapu kommen uns in den Sinn. Aber wir haben so viele Erinnerungen und es ist schwierig, sie isoliert zu betrachten. Lustigerweise gab uns das Erblicken des Sky Towers, als wir uns Auckland näherten, fast die grössere Befriedigung als der Wegweiser in Bluff – als wir den Sky Tower sahen, wussten wir, dass wir fähig waren, den ganzen Trail zu meistern.

  1. Was sind 3 Tipps, die ihr uns für unsere kommende Wanderung auf dem Te Araroa Trail diese Saison mitgeben möchtet?

Bereitet eure Füsse vor, indem ihr 20+ km Wanderungen mit Rucksäcken macht.

Haltet euer Gewicht so leicht wie möglich, ohne dabei eure Sicherheit zu gefährden.

Erwacht jeden Morgen mit einem Gefühl der Aufregung für den Tag, der vor euch liegt.

  1. Was war das stärkste Gefühl das euch überkam, als ihr das Ende des Trails oder eurer geplanten Sektion erreicht hattet?

Ein mächtiges Gefühl der Befriedigung nach jeder unserer 3 Sektionen auf der Nordinsel, vor allem der ersten. Dann konnten wir es kaum erwarten, wieder auf den Trail zu gehen! Wir waren so stolz auf uns, als wir das Ende des gesamten Trails erreichten – als wir losliefen waren wir besorgt, ob unsere alternden Körper mithalten werden – aber das taten sie!

  1. Hattet ihr eine “Post Trail Depression”?

Am Ende in Bluff fühlten wir uns ehrlich gesagt etwas traurig, und nahmen uns Zeit, wieder nach Hause und ins normale Leben zu gehen. Wir vermissten die Einfachheit des Lebens auf dem Trail und haben seither einige andere Fernwanderungen in Spanien, Schottland und Australien unternommen. Jetzt überlegen wir uns, ob wir den Te Araroa nochmals machen … aber wir werden ein wenig alt!

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2 Comments

  • Christoph sagt:

    Jörg spricht mir aus der Seele! Ich hatte (und habe) exakt das gleiche Gefühl: Produktiv sein, an etwas arbeiten und eine neue, interessante Aufgabe finden. Und natürlich Freundschaften pflegen. So ähnlich wie ihr das auch in eurem Artikel während der Vorbereitung auf den TA in Tasmanien beschrieben habt: es ist einfach schön, Leute WIEDERzusehen statt nur neu kennenzulernen 🙂
    Bei mir ist es jetzt knapp zwei Monate her, bin gespannt, wie das nach sechs oder zwölf Monaten aussieht.
    Wie ist das jetzt bei euch?

    • Philippe sagt:

      Ja, das ist bei uns nicht anders.
      Nach zwei Jahren Reisen und der langen Wanderungen hat sich persönlich viel verändert. Wir versuchen das jetzt bestmöglich umzusetzen. Wichtig ist, das man nicht in den alten Trott zurückfällt.

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