Surfen in Noosa

Bisher hatten wir die Ostküste Australiens gemieden; nur in Port Macquarie machten wir für eine Nacht halt. Teure Campingplätze + zu viele Menschen = weg hier. Vor dem Great Barrier Reef wollten wir aber noch einmal an die Küste. Denn das 2’300 Kilometer lange Korallenriff ist zwar schön zum Tauchen aber nicht zum Surfen. Und Surfen wollte ich irgendwie doch noch lernen. Da wir ja schon hier sind, right?

Nach einem Zwischenstopp bei den Glass House Mountains fuhren wir nach Noosa. Warum Noosa? Ein paar Surfseiten im Internet attestierten dem Ort gute Noten für Surfspots auf allen Levels.

Unser Entscheid, ein paar Tage in Noosa zu bleiben, war wohl dem ersten Eindruck geschuldet. Das Meer und der Himmel wetteiferten um das tiefste blau. Die Main Beach war von Familien bevölkert, ein Longboard Surfcontest war gleich daneben im Gange und eine Stimmung war in der Luft, die uns sofort runterholte.
Bei einem Spaziergang in den Noosa Nationalpark liefen wir der Küste entlang. Im Wasser unter uns tummelten sich die Surfer wie Seevögel neben einem Fischkutter, gespannt wartend auf die nächste Welle. Athletische Menschen in allen Altersstufen eilten an uns vorbei, das Surfboard unter den Arm geklemmt. Unsere Wanderkleidung passte so gar nicht ins Bild. Am liebsten hätten wir zur Badehose und FlipFlops gewechselt.

Auf den Parkplätzen rotteten sich die Campervans zusammen. Sie Surfboards auf dem Dach oder auf der Matratze bis zur Decke gestapelt. Es war Wochenende, hunderte Menschen, ein Kommen und Gehen, doch die Atmosphäre war entspannt und machte glücklich. Wir wollten in Noosa bleiben.

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Noosa

Noosa (Noosa Heads und Vororte) ist ein Reichenghetto und Retirement Village. Auf kleinen Inseln im Noosa River oder zwischen künstlichen Kanälen blenden das Weiss und Glas der protzigen Villen und Apartment Blocks. In der Hastings Street – der Einkaufsstrasse – reihen sich noble Restaurants und schicke Boutiquen aneinander. Noosa vereint einen sonderbaren Mix. Denn Surfer und Backpacker aus allen Ecken der Welt pilgern jeden Tag zu den verschiedenen Surfspots, die innerhalb des Nationalparks und des Noosa Spits liegen. Hunderte, für die es keinen Platz hat. Die Campingplätze verunmöglichen mit ihren hohen Preisen einen längeren Aufenthalt für Backpacker. Günstige Möglichkeiten gibt es nicht. Viele Backpacker campierten deshalb in der Vergangenheit auf den Parkplätzen bei den Surfspots. Das schmeckt natürlich der Bevölkerung nicht. Die Gemeinde und der Nationalpark gehen verständlicherweise mit horrenden Bussen (550 $) gegen die Backpacker vor. Ein paar Leute wagen es zwar immer noch und kommen manchmal mit einer Verwarnung davon; für uns war es aber definitiv ein zu heisses Pflaster. In den nächsten fünf Tagen campierten wir darum 20 Kilometer ausserhalb von Noosa, legal und illegal. Eine Alternative wäre das Campieren in den Nebenstrassen der Vororte gewesen. Aber das ist einfach nur assig…. Du möchtest ja auch beim Zeitungholen keinem Backpacker neben deiner Einfahrt beim Zähneputzen zusehen, oder?

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Surfen in Noosa

In Noosa gibt es zwei grosse Surfschulen. Ich habe mich für learntosurf.com.au und einen 5 x 2h Kurs entschieden. Wenn schon, denn schon, dachte ich mir.

10 Stunden hört sich nach wenig an, ist es aber nicht. Surfen ist anstrengend. Das Paddeln hatte mich nach zwei Stunden restlos erschöpft. Ich bin einfach besser zu Fuss ;-). Nach zehn Stunden war ich in der Lage, in White (brechenden Wellen) und Green Water (normale Wellen?) zu surfen. Immer gegen Ende der zweiten Stunde häuften sich die Fehlversuche, da ich konditionell im Eimer war.
Speziell bei mir war übrigens, dass ich nach der ersten Lektion (2h) von der Fussstellung Goofy auf Regular gewechselt habe. Die letzten 15 Jahre fuhr ich Goofy Snowboard, doch mein Surflehrer meinte, das wäre Mist gewesen. Nach einer weiteren Lektion hat mein Kopf dann erfolgreich umgeschaltet. Nach der dritten Lektion habe ich dann auf ein kleineres 8’2 Surfboard gewechselt.

Mein Fazit: Es war genial und ich kann den Suchtfaktor nachvollziehen. Hätte mein Körper gewollt, wäre ich jeweils den ganzen Tag lang im Wasser geblieben. Trotz Regen und einer Rippenprellung ;-). Das tolle am Surfen ist, dass sämtliche gesellschaftliche Strukturen fallen und jede/r gleich ist.

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Ach ja. Ist es gefährlich, in Noosa zu surfen? Stachelrochen und Bullenhaie (auch in den Flüssen) sind die gefährlichsten Bewohner der Gewässer rund um Noosa. Und im Juli/August, wenn das Wasser genügend kalt ist, tauchen weitere Haiarten auf. Beim Badestrand hat es ein Hai-Netz, als Surfer bist du diesen Gefahren jedoch ausgesetzt. Viel wichtiger ist es aber, dass du die Arten und Gefahren von Strömungen kennst. In Australien ertrinken mehr Leute (266, 2013/14), als bei Haiattacken (5, 2013/14) sterben.

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Weitere nette Orte in Noosa

  • Es gibt einen tollen Aussichtspunkt ausserhalb vor Noosa etwa bei Tinbeerwah. Die Sicht reicht bis nach Noosa. Der Sonnenaufgang ist Hammer. Ein Bild davon siehst du weiter unten. Freecamping ist nicht erlaubt, es wird aber gemacht und die Ranger schauen am Morgen vorbei 😉
  • Eine tolle Wanderung startet direkt von der Main Beach aus und führt entlang der Küstenlinie durch den Nationalpark bis nach Sunshine Beach. Von dort aus gibt’s einen öffentlichen Bus zurück.
  • Die Library hat unbeschränkt Internet und im Leisure Centre nebenan kannst du für 2 $ duschen.
  • Die Hastings Street und Standpromenade sind ideal für einen Spaziergang.
  • Der Main Beach erstreckt sich von der Hastings Street bis zum Noosa Spit. Das Schwimmen ist nur im östlichen Part und wenn Rettungsschwimmer anwesend sind empfehlenswert.

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Warst du au schon mal Surfen in Australien? Und wo?

 

2 Comments

  • Reni sagt:

    Noosa… herrlich. Da kommen Erinnerungen an unser erstes mal SUPen hoch. Wir haben letztes Jahr Freunde an der Sunshine Coast besucht und die haben uns Noosa gezeigt. Auf dem SUP lässt sich die Gegend total erkunden. Wunderschöne Gegend.
    Liebe Grüsse
    Reni

    • Philippe sagt:

      Beim Stand Up Paddling (SUP) bekommt man sicher mehr von der Gegend mit, als wenn man gerade versucht, nicht vom Surfboard zu fallen ;-). SUP haben wir noch nicht ausprobiert. Mal schauen 🙂

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