Das musst du über Sapa wissen

Sapa ist einer der von Touristen meistbesuchten Orte Vietnams. Die Stadt liegt im Nordwesten Vietnams auf etwa 1600 Metern über Meer und hat einiges zu bieten. Ein Markt lockt Bewohner der Bergdörfer, Städter und Touristen täglich ins Zentrum, die umliegenden Hügel und Berge sind mit Reisterrassen übersäht, die verschiedenen ethnischen Minderheiten der Region (Hmong, Red Dao, etc.) bringen buntes Leben in die Strassen. Ausserhalb der Stadt gibt es zahlreiche Bergdörfer, die man in ein- oder mehrtägigen geführten Trekkingtouren besuchen kann. Der berühmte Bac Ha Markt ist in etwa zwei Autostunden erreichbar, und Indochinas höchster Berg Fansipan beglückt Wandervögel aus dem In- und Ausland. Das alles bringt tausende von Touristen dazu, den Weg von Hanoi nach Sapa auf sich zu nehmen.
Sapa Wanderung 3

Anreise nach Sapa

Es gibt einige verschiedene Möglichkeiten, die Stadt zu erreichen. Bis anhin die gemütlichste war, von Hanoi einen Nachtzug nach Lao Cai zu buchen, und von dort mit dem Minibus eine Stunde die kurvige und holprige Strasse nach Sapa. Eine etwas günstigere aber unbequemere Variante bot der Nachtbus. Auch der fährt in den meisten Fällen bis nach Lao Cai, wo man in einen Minibus umsteigen muss.

Seit September 2014 gibt es aber einen neuen Highway von Hanoi nach Lao Cai (die Vietnamesen sind mächtig stolz darauf!), der die Reisezeit zwischen Hanoi und Lao Cai auf 3-4 Stunden verkürzt, ein Nachttransfer ist also obsolet. Und die neue Busroute kostet erst noch weniger als Nachtzug oder –bus. Weshalb sie die Nachtbusse trotzdem noch überall anbieten und jede gefundene Tour von Hanoi aus einen Nachttransport nutzt, können wir nicht sagen.

Express nach Sapa

Wir haben also das neue Angebot getestet. Zuvor waren wir etwas unsicher, weil wir online nur einen einzigen Anbieter (Sapaexpress) ausfindig machen konnten und keinerlei Info oder Feedback aus neutralen Quellen fanden. So etwas ist in Vietnam meistens kein gutes Zeichen. Am besten bucht und fährt man mit bekannten und renommierten Anbietern, um keinen Betrügern auf den Leim zu gehen.

Unsere Sorge war aber gänzlich unbegründet. Pünktlich um halb Sieben holte uns ein Minibus beim Hotel ab und fuhr uns zum Büro des Anbieters, wo der grössere Bus wartete. Dieser war luxuriös ausgestattet mit breiten bequemen Sesseln und Klimaanlage. Der Guide schaffte es von Anfang an, uns zum Lachen zu bringen und machte unsere Sorgen bald zunichte. So kamen wir etwa 5 Stunden später pünktlich in Sapa an, wo uns der Guide vor dem Ausstieg noch einige Ratschläge gab. Wir sollen die wie Geier wartenden H’mong Frauen ignorieren. Wir sollen ihnen nicht sagen, welches unser Hotel ist. Wir sollen nichts von ihnen kaufen.

Wir nahmen es uns zu Herzen und stiegen aus dem Bus. Wie angepriesen, standen schon etwa fünf Frauen bereit und fragten wie wir hiessen, woher wir kämen, ob wir nicht bei ihnen im Dorf übernachten wollten, ob wir nicht mit ihnen ein Trekking machen wollten. Wir schüttelten den Kopf und verneinten dankend. Dennoch folgten uns einige hartnäckig bis zu unserem Hotel. Das Ganze ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Aber kaum hat man seinen Koffer im Hotelzimmer verstaut, ist man schon etwas weniger interessant für die Strassenverkäuferinnen und wir konnten mehr oder weniger in Ruhe durch die Strassen ziehen.

Die beste Reisezeit für Sapa

Die besten Reisemonate für Sapa sind März bis Mai und September bis November. Dann hat man meist stabiles gutes Wetter, es ist wärmer und die Sicht ist besser. Da wir im Dezember nach Sapa fuhren, sahen wir von der ganzen (anscheinend) schönen Umgebung nur sehr wenig. Die meiste Zeit herrschte so dichter Nebel, dass wir in der Stadt kaum das nächste Haus erkennen konnten. Und es war kalt. Sehr kalt. Mit Temperaturen von unter 10 Grad hatten wir in Südostasien nicht gerechnet.
Sapa Wanderung 60

Und trotz eisiger Temperaturen spielt sich das Leben in Sapa vorwiegend draussen ab. Die Restaurants haben draussen getischt und die Türe ins Innere steht offen, ohne Heizung drinnen verschwendet man damit ja auch keine Energie. Auch die Zimmer sind nur in teuren Hotels beheizt. Nachdem wir vier Nächte froren, gönnten wir uns für die letzte Nacht ein etwas teureres Hotel mit einem elektrischen Ofen im Zimmer und einem Cheminée in der Lobby 😉

Bac Ha

Neben einem zweitägigen Trekking unternahmen wir von Sapa aus auch eine Tour nach Bac Ha, um den Sonntagsmarkt zu besuchen. Wir hatten vor, bereits am Samstag anzureisen, um den Markt am Sonntag vor den anderen Touristen geniessen und so vielleicht einen unverfälschten Blick auf das ganze erhaschen zu können. Ausserdem wollten wir uns die organisierte Tour sparen und mit dem öffentlichen Bus anreisen. Des Geldes und der Erfahrung wegen. Nach etlichen Suchen im Internet und Anfragen beim Hotelpersonal und anderen Einheimischen, konnten wir leider nicht herausfinden, ob es eine öffentliche Busverbindung von Sapa nach Bac Ha gibt. Ob es tatsächlich keine gibt, es an der Sprachbarriere lag, oder ob alle Leute auf dem Ohr taub waren und partout nur ihre eigenen geführten Touren für Sonntag verkaufen wollten, wissen wir nicht. Jedenfalls buchten wir am Ende doch eine organisierte Tour für Sonntag von Sapa nach Bac Ha. Nach dem Marktbesuch wurden wir in Lao Cai an der Bushaltestelle rausgelassen, von wo aus uns der Bus wieder nach Hanoi brachte.

Unsere Tipps für den Besuch von Sapa:

  • Transport: Hanoi – Sapa Bus mit Sapaexpress via neuer Highway (18$ pro Person inkl. Pickup beim Hotel und kleinem Snack und Wasser auf der Hinfahrt).
  • Im Winter: genügend warme Kleidung, bei der Hotelbuchung auf Heizung im Zimmer achten, Regendichte Kleidung, keine zu hohen Erwartungen bezüglich Ausblick…
    Kälte in Sapa
  • Trekking: es gibt zahlreiche Trekkinganbieter in Sapa, wir machten unseres mit Sapa O’chau und empfehlen es gerne weiter.
    Sapa Info
  • Markt in Sapa: im Zentrum des Marktes gibt es einige Restaurants, von dort kann man das Treiben und all die bunten Trachten der ethnischen Minderheiten um einen herum herrlich beobachten (täglich 8.00-14.00h).
    Sapa Markt
  • Bac Ha Markt: Ein Besuch dieses Sonntagsmarktes lohnt sich allemal, eine Tour ab Sapa mit Minibusfahrt, Marktbesuch (individuell), Besuch eines Dorfes und Besichtigung des chinesischen Grenzübergangs in Lao Cai kostete uns je $11 (jeden Sonntag, dauert den ganzen Tag, Anfrage am besten beim Hotel machen).
  • Durchorganisierte Touren ab Hanoi: Wer nur wenig Zeit hat, sich die Organisation sparen möchte oder das Geld aufwenden möchte, kann von Hanoi aus eine durchorganisierte Tour nach Sapa buchen. Inkl. Trekking, Marktbesuch in Bac Ha, Transport und Übernachtungen.

Hier findest du den Artikel über unser zweitätiges Trekking zu den Hmong und Red Dao.

Mehr Fotos zu Sapa

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3 Comments

  • Ayca sagt:

    Hallo zusammen. Bin gerade auf euren tollen Blog gestossen und habe die Beiträge über Sapa gelesen. Super Infos.. wir werden wohl in 7-10 Tagen auch dort sein. Wir hoffen auf besseres Wetter. Wisst ihr ggf ob man von Sapa aus nach Laos kommt oder ob wir für dieses Unterfangen nach Hanoi müssen? Lg Ayca
    PS wir berichten auch von unserer Reise http://blog.ayca-silvan.ch

    • Hallo Ayca, danke für deinen Kommentar!
      Euren Blog schauen wir uns gerne mal genauer an. Wir sind gerade in Siem Reap, da habt ihr ja schon darüber berichtet ;o)
      Ich denke es gibt eine Möglichkeit um von Sapa nach Laos zu kommen, bin mir aber nicht sicher. Man müsste dafür sicher weite Wege im Hochland zurücklegen, was nicht immer angenehm ist, weil die Strassenverhältnisse sehr zu Wünschen übrig lassen. Falls es eine für Touristen zugängliche Route gibt, findet man dazu sicher Infos im Netz. Macht euch auf lange holprige Busfahrten gefasst ;o)
      Liebe Grüsse aus Siem Reap und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
      Nadine

      • Ayca sagt:

        Hallo Nadine, herzlichen Dank für deine Antwort.
        Ich hoffe ihr seid gut in Seam Reap gerutscht. Als wir vor Weihnachten da waren glich alles einen Winterwonderland und war äusserst kitschig. Zu Silvester wird es wohl ähnlich gewesen sein.
        Wir haben im Internet schon fast Horrorgeschichten über Busfahrten nach Laos für Touristen gelesen, wir lassen es wohl sein. 😀 Wir werden die Strecke wohl fliegen. Falls ihr Infos oder Tips für Kambodscha braucht.. wir helfen immer gerne. LG aus Hue

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