Norwegen A-Z

Kurz und knackig. Gesammelte Eindrücke unserer Reise und Infos im “Norwegen A-Z”.

A

Autobahn: Gibt es nicht wirklich in Norwegen. Einzig um die grösseren Städte wie Oslo, Bergen, Trondheim etc. kann man bis zu 100 km/h fahren. Sonst gilt 80 km/h ausserorts. Die Fahrten dauern deshalb immer ein wenig länger; und nicht nur wegen des Tempolimits (700 Kilometer in den Norden).

Arctic Circle: In Island hat es nicht ganz gereicht. In Norwegen haben wir den Polarkreis im Juli überquert und würden anschliessend sechs Wochen oberhalb auf Reisen sein.

Bodo Arctic Circle

B

Bergen: Zur regenreichsten Stadt Norwegens sind wir mit dem Zug von Oslo gereist. Die Stadt umschliesst den gleichnamigen Fjord an der Westküste und erstreckt sich bis ins hügelige Hinterland. Die Altstadt (Brygge) ist weltbekannt aber überlaufen und museal. Der tägliche Fischmark ist ein Besuch bzw. eine Degustation Wert. Von den beiden Aussichtspunkten Fløien und Ulriken erhält man einen wunderbaren Überblick über die Stadt.

Bergen Altstadt

Brunost: Brauner Käse ist eine norwegische (aber auch schwedische) Spezialität, die wir sehr vermissen werden. Der Käse erhält durch die Karamelisierung seine typische Farbe und Süsse. Er wird aus der Molke von Kuh- und Geissenmilch gemacht.

Besseggen: Die Wanderung über den Besseggen Grat im Jotunheimen Nationalpark ist eine der meistbegangenen in Norwegen. Das Panorama über den Gjendes See und die Berge ist atemberaubend. Uns hat es sehr gefallen; trotz der anstrengenden Wanderung und der vielen Leute.

Titelbild Besseggen

Berge: Ob Fjord oder Fjäll, die Berge in Norwegen sind zahlreich wie die Bäume seiner Wälder. Schroff und spitz wie in den Alpen sind sie nicht; eher kantig und breit. Nur auf den Lofoten weichen sie von der Norm ab.

C

Das C existiert nicht, da man ein C ja nicht ausspricht. Darum mussten andere einspringen: Sykkling (Fahrrad), Resepsjon etc.

D

Dovre: Im Dovre Nationalpark leben die letzten Moschusochsen in Norwegen (Artikel). Eine Begegnung ist selten und sollte vermieden vermieden werden. Ähnlich wie die Elche verteidigen sie sich, kommt man ihnen zu nahe.

DNT: Der norwegische Wanderverein unterhält 490 Hütten in Norwegen. Eine Mitgliedschaft lohnt sich bereits nach wenigen Übernachtungen und gilt für weitere Länder.

E

Einkaufen: ist in Norwegen teuer. Das Preisniveau ist ein wenig höher als in der Schweiz. Es gibt eine Reihe Supermarktketten, die aber alle das gleiche Sortiment aufweisen. Die strengen Importregelungen halten die Auswahl klein. Lediglich die grösseren Filialen von Coop bieten eine grössere Auswah. resp. regionale Produkte. Hinweise zum günstigen Einkaufen in Norwegen findest du hier.

Expiration Date: Eine Möglichkeit, Geld zu sparen, ist in den Supermärkten nach abgelaufenen Produkten zu suchen. Vor allem in den ländlichen Gegenden haben wir die Lebensmittel gratis erhalten. In den grösseren Städten ist es schwieriger, da die meisten Ketten ihre Regelungen geändert haben und strenger kontrollieren. Die Supermarktkette Kiwi wirbt jedoch damit, wenn man abgelaufene Produkte findet, ein neues Produkt gratis erhält. Diese Regelung ist wohl eher als interne Bestrafung bzw. Konditionierung zu werten und mindert den Foodwaste nicht im Geringsten.

Elch: Allgegenwärtig in Skandinavien. Unsere erste und einzige Begegnung in Norwegen war kurz vor Oslo und typisch. Ein Unfall mit einem PKW; der Elch lag tot auf der Strasse und das Auto hatte einen Totalschaden. Die meisten LKWs und Züge haben deshalb eine Art Hirschfänger auf der Front montiert.

F

Fjord: Gibt es unzählige. Nach Island haben wir uns lediglich auf zwei, den Nærøyfjord und Geirangerfjord, konzentriert. Die Westküste ist von den Fjorden stark zerklüftet und der einzige Weg auf die andere Seite ist oftmals die Fähre.

Titelbild Geiranger

Fähre: Ob touristischer oder verkehrsbedingter Natur; Fähren sind in Norwegen Alltag. Reine Verkehrsfähren sind recht günstig, da sie die Strasse oder Brücke ersetzen.

G

Geiranger: Der Ort und gleichnamige Fjord war einer von zweien, die wir angesteuert haben. Die Hurtigruten sowie dutzende andere Kreuzfahrtschiffe ankern täglich vor Ort und entlassen tausende Touristen auf Geiranger los. Eine touristische Hölle.

Gjendes: Der See im Jotunheimen Nationalpark wirkt durch seine Form und Lage wie ein Fjord und leuchtet Dank des Sediment aus Gletscherflüssen türkis. Am zweiten Tag unserer Besseggen Wanderung sind wir dem Seeufer entlang gewandert.

Besseggen Gjendesheim

 

H

Hurtigruten: Die vormalige Strecke für Postschiffe entlang der Westküste ist heute ein Touristenmagnet. Für viel Geld fährt man mit einem Kreuzfahrtschiff die bekannten Fjorde hinein, wird mit Bussen zu umliegenden Attraktionen gekarrt und besucht grössere Orte wie Bergen, Trondheim usw.

I

Istee: weil es sich so schön anhört 😉

J

Jagen: ist in Norwegen weit verbreitet. In grösseren Intersport Filialen kann man sogar Gewehre kaufen. Weitere Ausrüstungsgegenstände zum Jagen gibt es auch in den kleineren Läden. Neben Elchen jagt man mehrheitlich Vögel und Hasen.

K

Konsum: Norwegen produziert seine Elektrizität fast zu 100 Prozent mit Wasserkraft. Gleichzeitig verbrauchen aber am meisten Elektrizität pro Kopf weltweit. Einerseits liegt es sicher am nordischen Winter, andererseits an den niedrigen Strompreisen und verschwenderischem Umgang. Lichter, die den Tag durch brennen oder die Beleuchtung der Ski Loipen im Winter sind normal.

L

Lofoten: Die Inselgruppe vor Norwegens Küste ist ein Reisetraum. Die spitzen Berge, malerischen Fjorde und weissen Sandstrände sind pittoresk und wunderschön.

Titelbild Lofoten

Lemming: Der kleine Nager begegnet einem immer wieder. Entgegen des hartnäckigen Gerüchts, haben wir keinen Massenselbstmord beobachten können.

Lefse: sind kleine, runde Fladenbrote, die man im Supermarkt günstig kaufen kann. Meist isst man sie zum Frühstück oder Kaffee. Die herzhafte Variante ist mit Kartoffeln gemacht und heisst Lompe. Ideal mit einem Würstchen (Pølse i Lompe). Hier gehts zu den Rezepten von Lefse und Lompe.

Loipen: Eine endlose Reihe Strassenlampen mitten im Wald? Nichts ungewöhnliches. Die Norweger lieben Cross Country Skiing und Skilanglauf. Damit sie auch im tiefsten Winter ihrem Sport nachgehen können, sind viele Loipen beleuchtet.

M

Meer: Das Meer ist allgegenwärtig. Norwegens Küstenlinie ist eine der längsten der Welt (25’000 km mit Inseln). Neben dem Offshore Geschäft ist die Fischerei einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.

N

Nærøyfjord: Unserer Meinung nach der perfekte Fjord für eine Bootstour. Weniger  Touristen und Kreuzfahrtschiffe.

Naeroyfjord 1

Nynorsk & Bokmål: Norwegisch hat zwei Standardschriftvarianten. Nynorsk (wörtlich “Neunorwegisch”) wurde im 19. Jahrhundert entwickelt und orientiert sich an der ursprünglichen norwegischen Sprache, die sich durch die 400-jährige dänische Herrschaft verändert hatte und zu Bokmål (wörtlich “Buchsprache”) wurde. Nynorsk schreiben 10-15 Prozent der Norwegen und wird vor allem im Südwesten Norwegens angewandt.

O

Oslo: Die Hauptstadt Norwegens hat uns sehr gefallen. Sie ist nett, adrett und aufgeräumt. Vielleicht etwas schweizerisch? Zurückhaltend und unaufgeregt. Ein netter Ort zum Leben, aber nicht spektakulär (abgesehen vom Opernhaus, vielleicht).

Oslo Opernhaus

Öl und Gas: Norwegen verdankt seinen Reichtum den fossilen Brennstoffen. Die Förderung ist staatlich, das Geld fliesst in den grössten Staatsfond der Welt. Dieser ist für die Zeit nach dem Öl gedacht. Die Norweger beruhigen indessen ihr ökologisches Gewissen mit einer hohen Dichte an Elektrofahrzeugen in den Städten.

P

Pizza: ist das inoffizielle Nationalgericht. Warum? Restaurants sind teuer und Pizzen günstig. Die Kette “Pepe’s Pizza” findet man überall und die Kühltruhen in den Supermärkten sind immer gut sortiert.

R

Rondane: Der Nationalpark nordöstlich vom Jotunheimen erinnerte uns stark an die Alpen, nur die Berge waren sanfter.

Rentiere: Die meisten Tiere werden halbdomestiziert von den Samen gehalten. Fleischerzeugnisse gibt es überall zu kaufen und schmecken sehr gut.

S

Samen: Die grösste Population der Ureinwohner Lapplands lebt in Norwegen. Sie existieren parallel zur norwegischen Gesellschaft und haben ein eigenes Fernsehen und Medienangebot. Viele sind in die Städte gezogen. Einige leben jedoch noch immer von der Rentierhaltung; führen diese heute aber mit modernen Mitteln wie Helikoptern aus.

Stockfisch (Klippfisk): Die Lofoten sind berühmt für die Herstellung des luftgetrockneten Kabeljaus. Man bereitet ihn entweder roh oder gewässert zu. Exportiert wird der Stockfisch mehrheitlich als Delikatesse nach Spanien (Bacalao), Portugal (Bacalhau), Brasilien und Italien (Baccalà).

Lofoten Fisch

Strassen: Im internationalen Vergleich sind die Strassen Norwegens auf dem gleichen Niveau wie Albanien. Da wir keine Ahnung haben, wie die Strassen in Albanien ausschauen, können wir nicht viel mit dem Vergleich anfangen. Was wir wissen: die Strassen sind teilweise eng, kurvig und unbefestigt. Und Landstrassen ohne Mittelstreifen stellen sich als Hauptverkehrsachsen heraus.

T

Tacofriday: Vor allem unter Studenten aber auch in der breiten Bevölkerung verbreitet. Freitags gibt’s TexMex. Die riesigen Regale in den Supermärkten waren uns von Anfang an verdächtig.

Trondheim: Die Studentenstadt hat uns viel besser als Bergen gefallen. Ein Stop auf dem Weg nach Norden sollte man da einlegen.

Titelbild Trondheim

Tunnel: Berge und Fjorde lassen beim Strassenbau oftmals nur den Tunnelbau zu. Norwegen ist übersät. Der längste Strassentunnel der Welt ist bei Aurland (Artikel) und verfügt über drei UV-Licht Grotten zur Aufmunterung der Fahrer.

V

Voss: Mekka für jegliche Sportarten; sei es extrem, im Sommer oder Winter. Wir würden hier gerne mal im Winter vorbeischauen.

W

Wald: “Man sieht den Wald vor lauter Bäume nicht” – der Spruch wird hier wahr. Wo fängt er an, wo hört er auf?

Wasserfälle: Nach Island bleibt uns zu Wasserfällen nicht mehr viel zu sagen: “Ah, da ist noch einer.”

Wetter: Das Wetter in Norwegen ist extrem unbeständig. Der Wetterbericht ist fast schon obsolet. Hitzerekorde werden von Gewitterfronten geschlagen und Tropennächte fallen unter zehn Grad.

Z

Zug: Komfortable und teure Transportmöglichkeit. Mit dem Minipris-Tickets spart man sich aber eine Menge Geld! Früh genug buchen. Die Zugfahrt von Oslo nach Bergen ist aber überbewertet.

Weitere Norwegen Beiträge gibt’s hier und auf Flickr findest du alle Fotos.

Weitere Tipps und Infos zum Reisen in Norwegen gibts unter “günstig Reisen” und “Reiselinks”.

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