Mt. Kosciuszko Nationalpark und die Besteigung des höchsten Bergs Australiens

Der Mt. Kosciuszko Nationalpark ist das einzig geschützte alpine Gebiet in Australien. Eine unglaublich vielfältige Flora und Fauna gibt es dort zu entdecken. Weil der Schnee in den Wintermonaten in den höheren Lagen liegen bleibt, ist der Nationalpark auch ein Ski-Gebiet.

Ausserhalb der Wintersaison ist der Nationalpark gut besucht. Wanderer, Mountainbiker und Angler tummeln sich dann in den auf Wintersport getrimmten Orten wie Jindabyne, Thredbo und Perisher. Pünktlich zur Ski-Saison gehen die Besucherzahlen dann nochmals rauf. Trotz den Skilift-Ticket Preisen von 115 AUD pro Tag

Jindabyne – Base für den Mt. Kosciuszko Nationalpark

Nach unserer Fahrt durch den Snowy River Nationalpark machten wir in Jindabyne das erste Mal – seit wir auf dem Festland sind – auf einem Campingplatz halt. In der Nacht würde es -4 Grad werden, da wollten wir uns den Luxus einer heissen Dusche und einer Küche mit Heizstrahler gönnen. Für Strom reichte es nicht; die zusätzlichen 12 AUD sparten wir uns.

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Jindabyne ist ein typischer Ski-Ort, wie er auch in Europa und Amerika stehen könnte. Die Häuser sind ein bisschen besser isoliert und im pseudo-rustikalen Look gehalten. Konsumtechnisch findet man ein breites Angebot von Fastfoodketten, Sportläden, Restaurants und sogar ein Kino. Die Preise sind dem Tourismus entsprechend nach oben angepasst.

Hinein in den Mt. Kosciuszko Nationalpark

In der Nacht sind wir dank zusätzlicher Daunenjacke und Decke nicht eingefroren. Die Tomaten ereilte hingegen ein eisigeres Schicksal. Und das Scheibenkratzen von Innen war ebenfalls eine Ausnahme in der morgendlichen Routine. Ein klarer Himmel und die starke australische Sonne entschädigten uns für diese unbequeme Nacht.

Die Besteigung des Mt. Kosciuszko kann von zwei verschiedenen Seiten angegangen werden. Wir entschieden uns für den Weg via Charlotte Pass mit dem Auto. So konnten wir uns die Kosten für den Lift von 32 AUD sparen, der von Thredbo die ersten paar hundert Höhenmeter überwindet. Die Wanderroute vom Charlotte Pass aus ist mit 18 Kilometern ausserdem länger und anspruchsvoller.

Beim Eingang in den Mt. Kosciuszko Nationalpark zahlten wir die 16 AUD (Nebensaison) für 24h (inkl. NP Campingplatz), fuhren hinauf zum Charlotte Pass und passierten dabei kleinere Skiorte. Von einer Bergstrasse konnte kaum die Rede sein. Die Eintrittsgebühren finanzierten eine Autostrasse mit Tempo 100. Mit unserer Mitsy schafften wir es zwar nur auf maximal 60 Km/h, doch war die Strasse „sinnvollerweise“ doppelspurig, sodass andere Tagesausflügler an uns vorbeirauschen konnten.

Auf der Wanderautobahn Richtung Mt. Kosciuszko

Dank der tollen Beschilderung sind wir zuerst falsch gelaufen. Unser ausgefeilter Sinn für ungefähre Richtungsangaben und eine wertvolle Info rettete uns nach ein paar Metern. Bis 1973 konnte der motorisierte Aussie nämlich fast bis zur Spitze fahren. Crazy Banana! Der fälschlich eingeschlagene Weg war definitiv untauglich für Autos.

Auf dem richtigen und Auto tauglichen Weg liefen wir zuerst an ein paar kleineren Ansammlungen von Eukalyptusbäumen entlang. Wenig später erreichten wir die Baumgrenze und damit auch auf die ersten Schneefelder. Praktischerweise konzentrierte sich der Schnee meistens auf den Weg.

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Vorbei an gleissenden Panoramen aus schneebedeckten Bergen schlängelte sich der Weg zur Seaman Hut auf 2030 Metern hinauf. Wir überquerten dabei den Snowy River, der seinen Ursprung irgendwo hier oben hat. In Jindabyne wird der Fluss dann zu einem See gestaut, bevor er seinen natürlichen Weg durch den Snowy River Nationalpark (LINK) nehmen kann.

Mt. Kosciuszko Nationalpark – Seamen Hut

Vor der Seamen Hut machten wir Rast. In den 1920er starben hier zwei amerikanische Touristen, die in einen Schneesturm geraten waren. Die vermögenden Eltern eines der Opfer bauten die Hütte als Gedenkstätte und Schutzmöglichkeit für zukünftige Wintersportler. Ein eingerahmter Zeitungsartikel aus den 90er berichtete von vier Snowboarden, die hier oben ebenfalls in einen Sturm geraten und gestorben waren. Wir schätzten uns in dem Moment sehr glücklich, an einem sonnigen Tag hinauf zum Mt. Kosciuszko zu laufen.

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Heureka auf unsere Wanderstöcke

Der Weg war nach dem Snowy River vollständig von Schnee bedeckt und die starken Sonnenstrahlen hatten dem Schnee zur einer harten Eisschicht verholfen. Ausgerüstet mit Wanderstöcken meisterten wir die schwierigen Passagen.

Nachdem wir die Weggabelung beim Rawson Pass erreicht hatten, begegneten wir dem Gros der Wanderer, die via Thredbo auf einem Gitterweg hinaufkamen. Neben der höchstgelegenen öffentlichen Toilette in Australien 😉 erblickten wir grösstenteils Spaziergänger mit unangemessener Ausrüstung. Der Weg bis hierhin mochte für sie einfach gewesen sein, die letzten 1,5 Kilometer würden sie aber vor einige Probleme stellen.

Kein Gitterweg sondern Schnee und Eis erwartete die Sonntagausflügler mit Turnschuhen und ohne Jacken. So überholten wir stolpernde und schlitternde Menschen und mussten alle paar Hundert Meter bejahen, wie angenehm es doch ist, Wanderstöcke dabei zu haben. Einzelne gaben vernünftigerweise schon vorher auf.

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Mt. Kosciuszko Summit

Auf der Spitze von Mt. Kosciuszko, auf dem höchsten Berg Australiens, auf 2228 Metern über Meer bot sich uns ein irrsinniges 360-Grad Panorama, das bis in den benachbarten Staat Vicotria reichte. Für ein paar Minuten konnten wir es sogar ganz für uns alleine geniessen. Bis dann ein Aussie ganz erfreut über den Handyempfang mit seiner halben Verwandtschaft telefonierte. (Guess, where I am!)

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Den Rückweg legten wir dann etwas schneller zurück. Die Sonne wurde schwächer, die Kälte machte sich ohne die wärmenden Strahlen rasch bemerkbar. Der einzige kostenlose Campingplatz auf der Strecke befand sich dann glücklicherweise weiter unten in einem abgelegenen Tal.

Details zur Wanderung und dem Nationalpark

Strecke: 18 Kilometer, hin und zurück

Dauer: 4,5 Stunden ohne Pausen

Camping: Island Bend, im NP-Eintritt inbegriffen. Ein 4WD ist empfehlenswert, da das Gebiet bei der Toilette nur via dirt road mit vielen Schwellen zugänglich ist.

Kosten: 16 AUD für 24 Stunden Eintritt

Infos: www.wildwalks.com PDF mit topgraphischer Karte und Wegbeschreibung

 

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