Massage in Saigon

Man hätte sich ja vorab informieren können. Oder dem Misstrauen ob der vielen schönen jungen Damen nachgehen können. Oder einfach im Hotel nachfragen. Doch Blauäugigkeit und Faulheit geben eben ein gutes Paar ab.

Eine Massage ist was Schönes und in Asien etwas Günstiges. Die thailändische Massage ist weltbekannt und während unserem Aufenthalt in Bangkok haben wir uns diesen Luxus auch gegönnt. Wobei ich wegen der vielen gelatschten Kilometer nur eine Fussmassage hatte. Zudem versteift sich bei mir üblicherweise ein anderer Muskel bei der Druckmassage aus Thailand, was mir manchmal peinlich ist ;-).

Zwei Monate später – an Weihnachten – waren wir in Saigon und hatten wegen der Festlichkeiten eine selbstgönnerische Laune. Wir beschenkten uns mit einer Massage; hätten uns aber vorher ein bisschen mehr mit den lokalen Begebenheiten auseinandersetzen sollen. Stattdessen traten wir spontan in ein „Spa“ ein und ich buchte eine Vietnamesische Massage für umgerechnet 6 USD. Was denn der Unterschied sei? Die Dame machte ein paar Karate-Schläge. Hört sich gut an! Und jetzt weiss ich endlich auch, woher diese komischen Geräusche stammen, die bei geöffnetem Fenster aus dem Hinterhof erschallen.

Ich war glücklich. Ein sehr ansprechendes, junges Fräulein stellte sich mir zur Seite und knetete und schlug mich die nächsten 60 Minuten. Der gelegentliche Kontakt mit ihren Brüsten und die kreisenden Bewegung in unmittelbarer Nähe der erotischsten Zone des Mannes hätten mich ja vorwarnen sollen. Doch ich war viel zu sehr damit beschäftigt, keinen Ständer zu bekommen! Stolz kehrte ich mich dann auf den Rücken, ohne ersichtliche Erhebung des Frottiertuchs. Auch hier dasselbe Spiel bis zum Finale. Gesten sagen mehr als Worte, also rieb sie am Ende der Massage die entsprechende Stelle und gab eindeutig zu verstehen, ob sie hier nachhelfen solle.

Glücklicherweise war es dunkel, sonst hätte sie wohl meinen roten Kopf gesehen. Ich stellte mich zuerst dumm und schüttelte verwirrt den Kopf. Sie massierte weiter und mein Puls raste. Schlich sich da etwa Versuchung in meine Gedanken? Dann sagte sie plötzlich: Money? und nochmals ein festes Rubeln der delikaten Zone. Hahaha! Meine Bank – aka Nadine – hatte nur eine dreissig minütige Massage und war längst im Hotel. Irgendwie erleichtert antwortete ich ihr: „I don’t have any money with me.“ So universell wie Gesten waren auch diese Worte. Die Massage dauerte noch etwa fünf Minuten während sie nebenbei SMS schrieb.

Ein bisschen groggy verliess ich den Salon – die eigentliche Massage zeigte Wirkung 😉 – und rannte schon fast ins Zimmer. Ich musste das Internet nach Infos durchforschen. Und fand u.a. Folgendes in einem Sexwiki (ja das gibt’s) und diversen Foren:

  • Schätzungsweise 90 Prozent aller Massage- und Friseur-Salons in Saigon bieten die Praktik des Happy-Ends an. „Massage your baby?“
  • Vielerorts verdienen die Frauen nur am „Trinkgeld“ und erhalten keinen Lohn.
  • Über die Höhe des „Trinkgelds“ gibt es unterschiedliche Auffassungen. Diese reichen von 5-10 USD und steigern sich je nach Etablissement und Behandlung.
    → Im Vergleich: Eine Englisch Lehrerin verdient hier 4 USD pro Stunde.

Fazit: für die restlichen Tage irritierte das klatschende Geräusch aus dem Hinterhof ungemein und lockte unverhoffte Assoziationen hervor. Diese Massage in Saigon wird mir in Erinnerung bleiben.

Teil dich mit

Hast du bereits Erfahrungen mit der Vietnamesischen Massage gesammelt? Oder wie hättest du reagiert?

Damit du immer auf dem neusten Stand bleibst,
folge uns auf FacebookTwitter und Google+ oder abonniere unseren RSS-Feed.

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.