Luang Prabang und die lange Reise dorthin

„Hey Switzerland, come here!“, rief uns eine uniformierte Dame hinter einer Glasscheibe zu. Wir befanden uns an der Grenze zwischen Thailand und Laos bei der „Freundschafsbrücke“ einige Kilometer südlich von Huay Xai. Unsere leuchtend roten Pässe fielen der Grenzbeamten auf und sie winkte uns rasch zu sich. Da wir nur zwei Wochen in Laos zu bleiben planten, schickte sie uns direkt zur Passkontrolle. Die anderen Buspassagiere mussten die Formulare für ihre Visa ausfüllen und die Gebühren bezahlen – wir dürfen zwei Wochen ohne Visum im Land bleiben. Wir mussten bei der Passkontrolle noch kurz unsere Arrivalcard ausfüllen und wurden dann ins Reich der Millionen Elefanten und den einzigen Binnenstaat Südostasiens eingelassen. So reibungslos und ohne Wartezeiten verlief bisher noch kein Grenzübergang in Südostasien. Erster Eindruck von Laos: Positiv :)Erste Station in Laos: Huay Xai

Das Busterminal von Huay Xai liegt wie in Südostasien häufig einige Kilometer ausserhalb der Stadt, sodass für die letzte Strecke ein Tuktuk notwendig ist. In Huay Xai angekommen, wurden wir vom Tuktukfahrer direkt beim Guesthouse ausgeladen (die Details unserer Reise und der Transportmittel findest du am Ende des Artikels). Die Rezeptionistin sprach kein Wort Englisch, also rief sie kurzerhand den Tuktukfahrer herbei. So klappe die Kommunikation und wir bekamen unser Doppelzimmer mit Mekongblick. Huay Xai ist in erster Linie Grenzstadt zu Thailand und Abfahrt-/Ankunftsort der Slowboats von/nach Luang Prabang. Abgesehen davon hat die Stadt aber auch tolle Blicke auf den Mekong zu bieten und ist Geburtsort der bekannten Gibbon Experience. Die Menüs der Restaurants sind an Touristen gerichtet und bieten westliches Essen. Die Preise der Restaurants und Unterkünfte bewegen sich eher im oberen Bereich. Hier wird mit Durchreisenden Geld verdient, das merkt man.

Luang Prabang Huay Xi

Mit dem Slowboat auf dem Mekong nach Luang Prabang

Nach einer erstaunlich ruhigen und bequemen Nacht in Huay Xai startete unsere zweitätige Bootsfahrt nach Luang Prabang. Die Reise war dank guten Büchern und abwechslungsreicher Umgebung kurzweilig und interessant. Nur die anderen Reisenden, speziell die Spanier, zehrten mit ihrer chaotischen und lauten Art an unseren Nerven.

Luang Prabang Mekong 1

Pakbeng, wo die Slowboats für die Nacht anlegen, lebt wie Huay Xai in erster Linie von den Durchreisenden. Die Ortschaft besteht aus einer von Guesthouses gesäumten geteerten Strasse, an dessen Ende man am Hang mit einigen Holzhäusern die Unterkünfte der Einheimischen findet. Kommen die Boote aus Huay Xai und Luang Prabang an, macht sich eine Karawane aus Touristen auf, um sich die besten Betten zu sichern. Wir hatten Glück, hatten unsere Rucksäcke schnell, und waren unter den ersten, die die Treppen vom Pier zur Strasse hochstiegen. So konnten wir uns auch ein gutes Zimmer zu fairen Preisen sichern. In Pakbeng findet jeder ein Zimmer, es kommt nur auf den Komfort und Preis drauf an. Wer klare Vorstellungen davon hat, kann sich auch ein Zimmer im Voraus buchen (allerdings haben nicht alle Unterkünfte eine Internet-Präsenz).

Luang Prabang Mekong 2

Der zweite Tag auf dem Boot glich dem ersten sehr. Am Morgen wurde es nur vor der Abfahrt etwas hektischer, als Spätankömmlinge merkten, dass es nicht mehr viele freie Plätze nebeneinander gab. Vor allem eine vierköpfige Familie rannte bis zur letzten Minute die Boote rauf und runter um vier Plätze beieinander zu kriegen. Nach dieser morgendlichen Aufregung wurde die Fahrt aber wieder recht angenehm. Links und rechts der sandigen Ufer des Mekongs konnte man die endlosen bewaldeten Hügel bestaunen, und in den Hängen entdeckten wir von Zeit zu Zeit kleine Dörfer bestehend aus Bambushütten und schlammigen Wegen zum Flussufer. Kinder spielten klischeehaft im Wasser und wir konnten sogar Mahouts mit ihren Elefanten beobachten.

Luang Prabank Mekon 3

Luang Prabang

In Luang Prabang legen die Boote etwa 10km ausserhalb der Stadt an. Wir denken, dass dieser Umstand auch hier als Einkommensquelle für Tuktukfahrer erkannt wurde. Denn am nächsten Tag entdeckten wir viele leere Slowboats, die direkt beim Zentrum anlegten. Luang Prabang gefiel uns auf Anhieb. Die Stadt erinnerte uns mit dem Zentrum mit vielen französischen Kolonialbauten sehr an Hoi An in Vietnam, obwohl Luang Prabang einiges touristischer daherkommt. Der langsam fliessende Mekong hat seine Geschwindigkeit auf die Laoten übertragen. Hier ist alles etwas entspannter und ruhiger als im benachbarten Thailand, Kambodscha oder Vietnam.

Luang Prabang und Laos generell wird immer mehr zu einer Luxusdestination. Die Unterkünfte werden teurer, man findet auffallend viele Boutique-Hotels und schicke Restaurants.

Luang Prabang Fluss

Die Stadt ist aber zu Recht jährlich Anziehungspunkt für hunderttausende von Touristen. Einige der Highlights in Luang Prabang:

  • Vat Xienthong
    Die Tempelanlage aus dem 16. Jahrhundert ist zweifellos eine der schönsten in Luang Prabang. (Eintritt 20’000 Kip)

Luang Prabang Tempel

  • Königspalast (Ho Kham) und Nationalmuseum
    Schon von aussen bietet der prominent im Stadtzentrum gelegene Palast und das Museum eine schöne Ansicht (Eintritt ins Museum 30’000 Kip). Die Aussicht auf den Palast in der Abendsonne von der erhöhten Plattform gegenüber des Palasts am Fusse des Phousi Berges aus solltest du nicht verpassen.

Luang Prabang Tempel Museum

  • Berg Phousi (130 Meter Höhe, 328 Stufen)
    Die 360 Grad Aussicht auf Luang Prabang und dessen Umland ist in der Morgen- oder Abendsonne einmalig. Du wirst definitiv nicht alleine sein dort oben. (Zugang 20’000 Kip)

Luang Prabang Altstadt

  • Nachtmarkt am Fuße des Phousi-Berges
    Beginnend bei der grossen Kreuzung bei der Tourist Information verläuft der tägliche Nachtmarkt entlang der Hauptstrasse. Von 17.00-22.00 Uhr findest du hier Kleider, Souvenirs, Handwerkskunst und günstiges Essen.
  • Kuang-Si-Wasserfall
    Der Wasserfall und seine Kaskaden liegen etwa 25km ausserhalb der Stadt, ein eigener Motorroller (ca. 150’000 Kip pro Tag) oder ein Tuktuk (ca 100’000 Kip hin und zurück pro Person) ist also notwendig. Tuktuks warten täglich bei der Kreuzung bei der Tourist Information. Der Wasserfall ist obwohl touristisch (früh aufbrechen lohnt sich) sehr sehenswert und wer will, kann im kalten Wasser auch schwimmen gehen (Umkleideräume und Toiletten vorhanden). Auf dem Weg zum Wasserfall durch den Urwald befindet sich auch ein Bären-Zentrum, wo man sich um gequälte und aus Gefangenschaft befreite Bären kümmert. (Eintritt 20’000 Kip)

Luang Prabang Kuang Si Falls

Unsere Reise von Chiang Mai nach Luang Prabang

Chiang Mai nach Chiang Rai

  • Bus des Unternehmens Greenbus
  • Abfahrt bei der Arcade Bus Station
  • Fahrzeit ca. 3,5h
  • Kosten 144-288 THB je nach Standard (A-Class für 144 THB reicht völlig)
  • Ankunft in Chiang Rai Terminal 1 (im Zentrum, zweiter Halt in Chiang Rai)
  • Ticketreservation telefonisch unter 053266480, mit der Reservations-Nr. kann man das Ticket innerhalb von 2 Stunden in jedem 7-eleven bezahlen und erhält das Ticket als Quittung

Chiang Rai nach Huay Xai

(Grenzübergang Thailand – Laos)

  • Bus der Transport Company via Chiang Khong
  • Abfahrt beim Terminal 2(!) um 10.00 Uhr, um problemlos rechtzeitig über die Grenze zu kommen
  • Fahrzeit ca. 3h
  • Kosten 220 THB
  • Ticket am Vortag am Busterminal 2 oder min. 1h vor Abfahrt kaufen
  • Ankunft am Bokeo Intl. Bus Terminal in Huay Xai (ausserhalb der Stadt, ein Tuktuk sollte max. 60 THB / 15’000 LAK pro Person kosten)
  • Wir übernachteten im Khopchai Guesthouse, 128’000 LAK / 15.00 CHF über Agoda

Huay Xai nach Pakbeng

  • Slowboat (kein Unternehmen)
  • Abfahrt beim Pier etwa 1km nördlich des Zentrums um ca. 11.00 Uhr
  • Fahrzeit 6-7h
  • Kosten 220’000 LAK bis Luang Prabang
  • Ticket am selben Tag am Pier ab 8.00h kaufen, oder für etwas mehr Geld beim Guesthouse oder einer Agency. Am 1. Tag gilt: Vorne auf der Liste = vorne Sitzen, aber die Sitzplatznummern (Papiere auf Sitzen) werden gerne verschoben, um Gruppen beisammen zu platzieren. Es lohnt sich, sicher 2h vor Abfahrt beim Boot zu sein (man kann nach der Sitzreservierung mittels Kleidung und Tüten auch wieder vom Boot gehen)
  • Ankunft in Pakbeng am Pier direkt bei der Ortschaft
  • Wir übernachteten in der Villa Salika für 100’000 LAK / 12.00 CHF

Pakbeng nach Luang Prabang

  • Abfahrt beim selben Pier um 9.30 Uhr
  • Um 8.00h zum Pier um Plätze zu reservieren (keine Sitzplätzzuweisung). Es wird ziemlich sicher ein anderes Boot sein, einfach bei den Laoten beim Pier nach Luang Prabang fragen. Nach der Platzreservierung kann man sein Frühstück und Mittagessen holen. Es gibt zahlreiche Stände, die leckere Croissants, Früchte und Sandwiches verkaufen.
  • Fahrzeit 6-7h
  • Ankunft in Luang Prabang ausserhalb der Stadt. Sammeltaxis vom Pier aus haben fixe Preise. Wer einen Franken oder zwei sparen möchte, kann etwas der Strasse entlang Richtung Stadt laufen und ein Tuktuk stoppen.

Für noch detailliertere Informationen zur Reise von Chiang Mai nach Luang Prabang, schau gerne auch mal bei Travel Björne vorbei!

Mehr Fotos zu Luang Prabang

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3 Comments

  • Tobi sagt:

    Wow! Das nenne ich mal eine lange Anreise 😉 Aber den Bilder und deiner Beschreibung nach zu urteilen hat sich Luang Prabang ja gelohnt. Laos möchte ich auch gerne noch besuchen und der Bericht macht definitiv Lust auf mehr, auch wenn eine Anreise wohl etwas anstrengend wird!

    Liebe Grüße
    Tobi

    • Hallo Tobi
      Ja, Laos lohnt sich auf jeden Fall. Bei einem erneuten Besuch würden sicher noch mehr in den Norden und Osten gehen, wo es noch nicht so erschlossen ist. Die Entwicklungen im Tourismus sind in Laos aber rasant und du könntest schon wieder andere Angebote vorfinden. Zudem sind wir mit den eher günstigeren Transportmitteln gefahren.Preis vor Luxus 🙂
      Ach ja, danke für’s Teilen 😉
      Philippe

      • Tobi sagt:

        Gerne! Ich nehme auch lieber die günstigen Transportmittel, so ist man irgendwie mehr local unterwegs und lernt Land und Leute finde ich besser kennen, als nur die teuren Touri-Transportmittel zu nehmen. 😉

        Viele Grüße
        Tobi

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