Durch Wälder und Täler zu den Koalas

Sydney, oder nicht Sydney? Das war die Frage, die wir uns bei der Abreise in den Blue Mountains stellten. Vor sechs Jahren hatten wir in zwei Tagen das volle Programm durchgemacht. Wollten wir das nochmals? Und um eine Stadt in dieser Grösse wirklich zu erkunden, braucht man eine Woche. Und auf eine Woche in der Stadt hatten wir wenig Lust.

Das Bauchgefühl sagte Nein. Also sind wir geradewegs zum nächsten Nationalpark gefahren.

Wollemi Nationalpark

Der Wollemi Nationalpark besteht aus Wald, Wald und nochmals Wald. Rund 70 Prozent der Fläche ist „wilderness area“; die grösste in Australien. Das heisst, die Natur wird sich selbst überlassen. Es gibt praktisch keine Wanderwege. Die Campingplätze des Nationalparks befinden sich am äusseren Rand des Parks. So sollte es ja eigentlich auch sein. Keinen Zugang für Menschen, die die Natur kaputt machen und die Tiere stören. Glücklicherweise gibt es noch solche Gebiete.

Aber eben, einen Zugang gibt es dann schon. Eine kurvenreiche Strasse fräst sich durch das dichte Grün und verbindet die wenigen Besiedlungen, die einen Korridor mit kleinen Landwirtschaftsbetrieben bilden. Die Strasse ist als Touringstrecke für Motorräder und schnelle Autos bekannt, obwohl sie keinen einzigen Lookout bietet. Nur ab und an erhaschten wir einen Blick auf die bewaldeten Hügel und nebligen Täler.

Auf halber Strecke machten wir dann Halt für die Nacht bei der einzigen Rastmöglichkeit, einem Café und Biker-Treffpunkt. Die Inhaber bieten eine gratis Übernachtungsmöglichkeiten für Camper. Nur die Dusche kostet extra.

Übernachtung: Grey Gums Cafe, 8611 Putty Road, Putty, NSW

Wollemi---Hunter---Macquarie-1

Hunter Valley

Der letzte Streckenabschnitt durch den Wollemi Nationalpark war geprägt von engen Kurven, schmalen Strassen und Steigungen. Unsere Mitsy schaffte es im gemächlichen Tempo; nur manchmal musste sie zur Seite weichen, um die Schlange hinter ihr vorbeizulassen.

Als wir den dichten Wald des Wollemi Nationparks hinter uns gelassen hatten, wechselte die Landschaft schlagartig. Wir waren im Hunter Valley angekommen. Sanfte grüne Hügel, unzähligen Weingüter und Reben erwarteten uns. Für eine Weinverköstigung machten wir aber nicht Halt. Das überliessen wir lieber den zahlreichen Yuppies aus Sydney, die meist übers Wochenende ins Hunter Valley einfallen. Die Weingüter haben sich natürlich darauf eingestellt. „open cellars“, „wine tastings“ und gehobene Logiermöglichkeiten. Vor lauter Auswahl hätten wir gar nicht gewusst, wo anzufangen.

Nach einem Stopp auf einem Aussichtspunkt verliessen wir das Hunter Valley und fuhren durchs Hinterland Richtung Küste.

Wollemi---Hunter---Macquarie-2

Port Macquarie – typischer Küstenort

Port Macquarie war unser erster Besuch an der Ostküste in einem typischen Küstenstädtchen. Villen mit Meerblick, herausgeputzte Parks und Strände und ein obligater Leuchtturm. Der Winter war hier noch nicht zu spüren. Auch ausserhalb der Badesaison war es in der Innenstadt geschäftig.

Die Preise spürten wir hingegen schon. Es gab keine Freecamping Möglichkeiten, nur teure Campingplätze und Holiday Parks. Und wir mussten feststellen, dass es sich an der ganzen Ostküste nicht ändern würde. Die Verbotsschilder waren zahlreich, die drohenden Geldbussen hoch. Natürlich hält das viele assige Backpacker mit Campervans nicht davon ab, in den „Day use areas“ zu übernachten. Ungeachtet der Tatsache, dass sie in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohnhäusern stehen. Als Anwohner hätten wir da natürlich auch keine Freude. So zogen wir für eine Nacht auf den Campingplatz; eine Dusche und Kleiderwaschen stand sowieso an.

Wollemi---Hunter---Macquarie-3

Koalas

Aber nicht nur der Haushalt rief uns nach Port Macquarie. Das Koala Hospital wollten wir besuchen. Es ist das einzige Spital in Australien, dass sich nur um Koalas kümmert und gänzlich von Privatspenden abhängig ist. Die Koalas haben es im heutigen Australien sehr schwer und sind auf das Koala Hospital und hunderte freiwillige Helfer angewiesen. Wegen Autos, Hunden und Krankheiten landen sie als Patienten im Koala Hospital. Dort werden sie gesund gepflegt und sofern möglich wieder in ihr Territorium ausgesetzt.

Das Koala Hospital bietet auch Praktika an. Ein Jahr Wartefrist. www.koalahospital.org.au

 Facts about Koalas

  • Der Koala ist kein Bär! Auch wenn er im Deutschen so heisst. Sein nächster Verwandter ist der Wombat und somit ist er ein Beuteltier!
  • Koala ist ein Aborigine-Wort und bedeutet übersetzt „Little Drink“
  • Koalas trinken nur sehr wenig, da das Eukalyptusblatt aus 60 Prozent Wasser besteht.
  • Koalas schlafen 18 Stunden pro Tag, weil Eukalyptusblätter kaum Energie liefern.
  • Viele Australier glauben, dass Koalas so viel schlafen, weil sie vom Öl des Eukalyptusblatts betrunken sind.
  • Damit der Koala überhaupt die Eukalyptusblätter verdauen kann, braucht er ein Enzym, das er in der Muttermilch aufnimmt.
  • Der Koala lebt in Kolonien und ist ein Gewohnheitstier. Das heisst, er verlässt sein Territorium/Baum nie. Das stellt die Koalas vor ein Problem, da der Großteil des Lebensraums der Koalas abgeholzt wurde. Die Koalas kehren aber immer wieder zu ihrem Geburtsort zurück. Es ist nicht unüblich, dass ein neuer Hausbesitzer einen verwirrten Koala in seinem Badezimmer vorfindet. Eine Umsiedlung von Koalas ist also sehr schwierig und war nur auf Inseln beschränkt erfolgreich.
  • In New South Wales ist es verboten, einen Koala zu berühren. Davon sei auch abgeraten, wenn man seine Krallen nicht zu spüren bekommen will. Die Pfleger im Koala Hospital sind dafür speziell ausgebildet.
  • Koalas haben zwei Daumen an der Vordertatze.
  • Das Fell der Koalas ist wasserdicht.
  • Chlamydien sind die häufigste Krankheit bei Koalas. Ausgelöst wird die Krankheit durch ein zu enges Zusammenleben in der Kolonie.
  • 1927 töteten die Australier in Queensland 584’738 Koalas in einem Monat wegen ihres Fells. WTF! Der darauffolgende Protest der Bevölkerung führte zum Schutz der Tiere.

Wollemi---Hunter---Macquarie-4

Nach einer Nacht in Port Macquaire zog es uns bereits wieder weg von der Küste zum Dorrigo Nationalpark. Mehr dazu demnächst.

Teil dich mit

Fragen, Anmerkungen und Anregungen sind Willkommen.

Mehr Fotos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.