Keep calm and enjoy SEA

Fremde Kulturen, anderer Lebensstandard, anderes Tempo.

Südostasien unterscheidet sich bei den meisten Besuchern drastisch von deren Herkunftsland. Alles ist anders, was das Reisen auf verschiedenen Ebenen anstrengender macht.
Dass es in Südostasien Situationen gibt, wo du am liebsten in die Luft gehen würdest, ist nur eine Frage der Zeit. Die besten Mittel gegen eine vorzeitige Abreise oder emotionale Explosion sind Geduld, und eine niedrige Erwartungshaltung.
Ich bin kein besonders geduldiger Mensch. Bei vielen der geschilderten Situationen bin ich schon im- und explodiert. Mit einer europäischen Erwartungshaltung und der Selbstverständlichkeit reibungsloser Abläufe auf allen Ebenen bist du in anderen Teilen der Welt fehl am Platz. Mittlerweile habe ich mich in Geduld üben müssen und ärgere mich viel weniger als zu Beginn. Es geht soweit, dass ich mich ab anderen Touristen wundere, die den Lernprozess noch nicht hinter sich haben.

Vielen der folgenden Situationen wirst du in Südostasien begegnen. Und glaub mir, es lohnt sich nach einer Weile nicht mehr, sich darüber zu ärgern:

  • Der Bus ist nicht derselbe, den du gebucht hast

VIP Bus, Minivan, Expressbus etc. Die asiatische Auslegung von Qualität und Standard variieren stark. Und manchmal haben sie einfach zu viele Buchungen und du sitzt plötzlich in der Holz- oder Luxusklasse.

  • Der Transport dauert länger als angepriesen

Rechne +2h zur angegebenen Reisedauer und du wirst nicht enttäuscht. In Südostasien dauert einfach alles ein bisschen länger. In Europa hast du für 300 Kilometer vielleicht 3h. Hier sind es 7-8h.

  • Geld zurückfordern, weil die Dienstleistung nicht deinen Ansprüchen gerecht wurde

Abgesehen von Verständigungsproblemen, die du bei deiner Forderung haben wirst (unabhängig der Englischkenntnisse deines Gegenübers), ist die Auffassung deiner Dienstleistungsansprüche eine gänzlich andere.

  • Tuk Tuk Fahrer

150 Baht für diese kurze Strecke! Abzockerei! Mafia! Das sind höchstens 100 Baht. Niemand zwingt dich, die Dienstleistung eines Fahrers in Anspruch zu nehmen, der offensichtlich mehr als den üblichen Preis haben will. Nimm ein Taxi, den öffentlichen Bus oder geh zu Fuss. Alternativen gibt es immer. Oder du zahlst die CHF/EUR 1.50 mehr.

  • Verpasste Chancen beim Feilschen

Einen Laden weiter bemerkst du, dass hier das gleiche Shirt 10% weniger kostet. Und dabei hast du dir solche Mühe beim Feilschen gegeben! Nicht überall in Südostasien sind die Preise angeschrieben. Ums Feilschen kommt man nicht herum.

  • Hohe Preise in Touri Hotspots

Der Süden Thailands ist so teuer – in Bangkok zahle ich die Hälfte für einen Frucht-Shake. Kein Wunder, weil ja alle für ihren Urlaub an den Strand gehen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot und damit die Preise. Arrangiere dich damit, oder geh nicht zum Badeplausch auf eine Insel.

  • Preisvergleich

5 CHF/Euro für eine Pizza! Ist ein ganzer Schinken der Belag? Ein Pad Thai kostet nur 1 CHF/Euro. Genau! Ersteres ist westlicher Luxusfood und Thais machen sie nur für dich, letzteres ist lokale Kost und essen die Einheimischen.

  • Lange Wartezeiten

Beim Essen wirst du Gegenteiliges erfahren. Was den Rest anbelangt, dauert immer alles ein wenig länger. Der Bus hat eine Stunde Verspätung, die Tour fängt eine halbe Stunde später an usw. Ein Buch schafft Abhilfe.

  • Langsames Internet

Einer der wenige Punkte, die mich noch nerven. Aber wozu? Wenn du keinen Blog schreibst oder regelmässig skypen willst, sollte das nicht wirklich ein Problem sein. Digitale Detox tut manchmal gut.

  • Schwacher Wasserdruck

Die vielen Wassertanks auf Dächern fallen sofort auf. Das Rinnsal aus der Dusche auch.

  • Hygiene

Ein bisschen Dreck schadet ja nicht. Der Abwasch wird auf der Strasse neben dem Restaurant gemacht, Fliegenkolonien erobern dein Mittagessen, deine Eiswürfel schlittern gerade als Eisblock über den Marktboden und das Bettlaken war ursprünglich mal weiss. Mit ein wenig Vorsicht lassen sich solche Situationen umgehen, aber eben nicht alle. „Wer während seiner Asienreise nie längere Zeit auf der Toilette verbracht hat, der ist nicht richtig gereist.“ Diese Aussage kommt von einem Arzt aus Hanoi und sie stimmt definitiv. Besonders beim Essen wirst du mit unhygienischen Situationen konfrontiert. Dein Magen wird sich daran gewöhnen und du auch.

Schengen? Schnell rüber auf die andere Seite. Nein, in Südostasien funktioniert das nicht. Zwei, drei Stunden an der Grenze kommen schnell zusammen. Plus je nach Land noch die Extra-Gebühren für den Stempel oder den Sonntags-Dienst. Bei der Bestechung sind die Beamten teils sehr kreativ; aber auch die Busunternehmen bzw. die Angestellten wissen sehr gut, wie sie ihren Verdienst aufbessern können. Solltest du in diese Situationen kommen, dann ärger dich nicht und zahl die extra 5 Dollar. Natürlich kannst du auch verbissen auf Alleingang machen und versuchen, alleine über die Grenze zu kommen. Im Endeffekt dauert es immer länger und kommt dich teurer zu stehen.

  • Schleim hochziehen und Spucken

Es schüttelt mich noch immer, wenn das langgezogene Geräusch hochgewürgter Rotze und Schleim ertönt. Daran gewöhnen? Für mich schwierig.

  • Andere Touristen

Ich muss zugeben, diesen Punkt habe ich noch nicht gemeistert. Speziell hier in Südostasien, wo wir uns auch entlang der typischen Backpacker-Routen bewegen, ärgere ich mich meistens über andere Touristen. Hier kannst du zwei Artikel darüber nachlesen. Was an anderen Touristen nervt + Ignoranz und Respektlosigkeit von Touristen.

  • Scams

Übers Ohr gehauen zu werden gehört zu Südostasien wie das Feilschen und die Tuk-Tuks. Die Touristen Scams sind vielfältig, manchmal plump, dann aber wieder raffiniert, und meistens ungefährlich. Es geht immer ums Geld, ums schnelle Geld. Bedrohliche Situationen sind eher unwahrscheinlich, manchmal kommt es aber zu hitzigen Diskussionen, wenn z.B. der Motorradfahrer nach der Fahrt mehr verlangt, als abgemacht. In solchen Situation solltest du den Ball lieber flach halten und in den sauren Apfel beissen. Früher oder später wirst du auf deinem Weg durch Südostasien in eine der vielen lauernden Fallen tappen. Ärger dich nicht, oder nicht zu lange darüber. Finanziell kannst du es als „reicher“ Tourist verkraften. Mit der Zeit entwickelt man zwar eine Art Radar für Scams, doch ist man nie komplett davor gefeit. Nach vier Monaten in Südostasien sind wir z.B. in Vang Vieng ziemlich naiv auf den Leim gegangen.

Also entspann dich und lass dich nicht auf die Palme bringen.

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Hast du weitere Vorschläge, über was man sich in Südostasien nicht aufregen sollte?

1 Comment

  • Marcel sagt:

    Hallo zusammen,
    Wir lieben Südostasien von ganzem Herzen. Zur Zeit arbeiten wir auf der kleinen Insel Pulau Pef in Westpapua. Hier geht alles sehr langsam, die Versorgung ist schwierig, das Internet sehr langsam un wir benötigen unglaublich viel Geduld. Aber es macht sehr viel Spass. sonnige Grüsse.

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