Hobart, wir kommen wieder

Hobart in Tasmanien (der „Insel vor der Insel“) war unsere erste Station in Australien und sollte uns während einigen Wochen als Basis dienen.

Ankunft in Hobart, Tasmanien

Das Flugzeug näherte sich dem Boden, wir konnten die Wellen des Wassers und die im Wind wehenden Buttongrass-Büsche unter uns klar erkennen. Bald würden wir aufsetzen. Die Landebahn erschien unter dem Flieger und dieser schien lange, zu lange auf derselben Höhe parallel zum Boden weiterzufliegen. Plötzlich gaben die Piloten wieder Schub und die Nase des Flugzeuges zeigte wieder gen Himmel. Unser erstes Mal: Durchstarten beim Landeanflug.

Als das Flugzeug wieder einige Meter gestiegen war und eine scharfe Linkskurve zum zweiten Anlauf flog, meldete sich der Pilot. Wegen einer Meeresbrise, die über die Landebahn fegte, konnte der Flieger nicht landen. Wir flogen eine Kurve über dem Flughafen und starteten den zweiten Landeanflug. Diesmal klappte es. Wir setzten auf und rollten eine kurze Strecke weiter zum winzigen Flughafen von Hobart in Tasmanien.

Hobart, eine Stadt nach unserem Geschmack

Nach vier Monaten in Südostasien konnten wir es kaum erwarten, in Australien anzukommen. Schnell das Gepäck geholt (durch die Passkontrolle mussten wir bereits bei der Zwischenlandung in Melbourne) und raus an die frische Luft Tasmaniens. Der Shuttlebus brachte uns ins Zentrum von Hobart. Heather, die wir in Norwegen kennenlernten, würde uns beim Grand Chancellor Hotel abholen. Also wiesen wir den Fahrer an, uns dort rauszulassen.

Das Grand Chancellor Hotel sah so aus, wie es sich anhört: gross, edel, mit Sicht auf den Hafen und definitiv über unserem Budget. Der Fahrer wollte uns schon die schönen Rollkoffer aus dem Anhänger reichen, als wir ihn auf unsere zwei dahinter versteckten Rucksäcke aufmerksam machten. Er sah zuerst die Rucksäcke, dann das Hotel und uns fragend an. „Are you staying here?“ „Here? Oh no, we will get picked up here“ „Oh, okay. No worries.“ Sein Weltbild war noch in Ordnung.

Bevor wir abgeholt wurden, hatten wir einige Minuten, um die warmen Sonnenstrahlen und den Blick auf den Hafen von Hobart, der nach Sydney zweitältesten Stadt Australiens, zu geniessen. Uns gefiel es bereits nach den ersten Minuten und wir konnten gut nachvollziehen, weshalb man hier eine Siedlung gegründet hatte.

Hobart ist Dreh- und Angelpunkt in Tasmanien

Wir verbrachten insgesamt über drei Wochen in Hobart (vor allem im Viertel South Hobart). Wir wohnten bei Heathers Partner und verschiedenen Freunden von ihr, wo wir uns als „garden fairies“, Holzstapler und Fensterputzer Kost und Logis verdienten.

Hobart diente uns als Basis in Tasmanien. Von dort aus kamen wir zum Cradle Mountain and Lake Saint Clair Nationalpark (um den Overland Track zu wandern), nach Bruny Island (zum Apfelpflücken) sowie zum Freycinet Nationalpark und zur Tasman Peninsula.

Wer eine Reise nach Tasmanien plant, kommt um Hobart nicht herum. Die Hauptstadt des südlichsten Staates Australiens hat rund 250’000 Einwohner (unserer Meinung nach die perfekte Grösse einer Stadt) und ist das kulturelle und ökonomische Zentrum der Insel. Hobart liegt in einer Bucht zu Fusse des Mount Wellingtons und hat sich zwischen Meer, Bergen und Flüssen ausgebreitet. Die Stadt ist geografisch weit weg vom Rest der Welt, trotzdem findest du in Hobart geschäftiges Treiben im Zentrum, herausgeputzte Vororte und ein Angebot an allem, was das Herz begehrt.

Die Highlights in Hobart in Tasmanien

  • Das Stadtzentrum
    Zum Stadtzentrum zählen die Einkaufsstrassen rund um die Elizabeth Street, die alten Sandsteingebäude des Viertels Salamanca (mit vielen Cafés, Pubs, Restaurants, Kunsthandwerksläden und anderen schönen Ecken) sowie der Hafen und dessen Umgebung.
  • Battery Point
    Ein Stadtviertel hinter Salamanca mit gut erhaltenen Häusern im Englischen Stil aus dem 19. Jahrhundert, gepflegten Gärten und charmanten Cafés.
  • Salamanca Market
    Der Samstagsmarkt beim Salamance Place ist eine der grössten Attraktionen von Hobart. Handwerkskunst, Delikatessen, frisches Gemüse und Früchte, Trödel und Live Musik ziehen wöchentlich Tausende von Einheimischen und Touristen an.

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  • MONA
    Das Museum of Old & New Art gibt immer wieder zu reden. Fast alle unserer Bekanntschaften in Hobart fragten uns in den ersten paar Sätzen, ob wir das Mona schon besucht hätten. Gegründet von einem philanthropischen und wohl etwas skurrilen Milliardären Namens David Walsh (der mit Glücksspielen reich wurde), stellt das Mona kontroverse und polarisierende Kunstobjekte aus. Wir haben es nicht besucht, da es uns eher in die Natur als in Museen zog.
  • Bonorong Wildlife Centre
    Wer den Tasmanichen Teufel, Wombats, Koalas, Ameisenigel, Wallabees, Kängurus und vieles mehr hautnah erleben möchte, ist hier richtig. Im Bonorong Wildlife Centre geht es in erster Linie um die Erhaltung bedrohter Tiere sowie die Pflege und Rehabilitation verwundeter Tiere. Mit dem Eintrittspreis unterstützt du deren Projekt.

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  • Mt. Wellington
    Der „Hausberg“ Hobarts erhebt sich stolz hinter South Hobart. In etwa einer halben Stunde bist du mit dem Auto vom Zentrum auf dem Gipfel des Mount Wellingtons und geniesst die 360 Grad-Aussicht über Hobart, die umliegenden Küstengebiete und das Hinterland. Um die abwechslungsreiche Umgebung ausreichend bewundern zu können, empfehlen wir dir jedoch, den 1270 Meter hohen Berg zu Fuss (es gibt viele verschiedene Wanderwege) oder mit dem Fahrrad zu erklimmen.
  • Cascade Brewery
    Die älteste Brauerei Australiens ist noch immer in Betrieb und kann in Touren besichtigt werden. Vor dem markanten gothischen Gebäude unterhält die Brauerei einen schön gepflegten Park mit altem europäischen Baumbestand.
  • Female Factory
    Das „Arbeitslager“ für verurteilte Frauen zeugt von den Anfängen der Besiedlung Tasmaniens durch die Europäer, als die Insel in erster Linie als Gefängnis genutzt wurde.

Unser Fazit zu Hobart

Hobart hat sich schnell einen festen Platz in unserer Liste der lebenswertesten Städte (neben Wellington, Neuseeland und Trondheim, Norwegen) verdient. Innert Kürze ist man vom Stadtzentrum aus an kilometerlangen unberührten weissen Sandstränden, auf dem Gipfel des Mount Wellingtons oder in Nationalparks mit vielseitigen Möglichkeiten. Die vielen interessanten und liebevollen Leute, die wir hier kennenlernen durften und deren Leben wir für kurze Zeit teilen konnten, verschönerten unsere Aufenthalte in Hobart umso mehr.

Hobart, wir kommen wieder!

Weitere Informationen zu Hobart

  • Hobart verfügt über einen nationalen Flughafen. Ein Shuttle wartet bei jeder Landung und bringt dich für 18$ pro Person (Willkommen in Australien!) ins Stadtzentrum.
  • In Hobart gibt es ein öffentliches Verkehrsnetz mit Bussen: Metro
  • Von Hobart aus kommst du mit Fernbussen in andere Städte in Tasmanien (Tassielink und Redline Coaches)

 

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