Digitales Nomadenleben in Chiang Mai

Chiang Mai – das Mekka für digitale Nomaden aus aller Welt. In den letzten Jahren hat sich Chiang Mai im Internet als idealer Arbeitsplatz rumgesprochen. Auch wir haben uns bei der Entscheidung für einen längeren Aufenthaltsort davon beeinflussen lassen. Das Wetter ist für Südostasien nicht so heiss (abhängig vom Monat, wir haben derzeit +30 Grad Celsius), die Infrastruktur ist sehr gut und das Umland in Chiang Mai punktet mit sanften Bergen und einem Nationalpark.
Die meisten digitalen Nomaden oder Expats lassen sich im Bezirk Suthep nieder. Das merkt man sofort, wenn man in die Nimmanahaeminda Road einbiegt. Eine unermessliche Anzahl an Cafés, Bars, und Restaurants im westlichen Stil sammeln sich auf einem relativ kleinen Gebiet. Dazwischen riesige Apartment-Blöcke. In Chiang Mai gibt es viele solcher Unterkunftsmöglichkeiten, doch das Zentrum liegt in Suthep. Die Nomadenströme sind für die Wirtschaft in Chiang Mai sehr lukrativ. Kein Wunder, dass die Preise hier explodieren; und nicht nur die Konsumentenpreise. Die sog. Condos – Wohnblöcke mit möblierten und „serviced“ Apartments – schiessen wie Pilze aus dem Boden. Das Einkaufszentrum Maya am Ende der Nimmanahaeminda Road braucht den Vergleich mit den Malls in Bangkok nicht zu scheuen.
Diese Ausgehmeile zieht aber nicht nur die Ausländer an. Die Nähe zur Universität und das Nachtleben ist bei jungen Thais sehr beliebt; für Kontaktfreudige eine ideale Gelegenheit zum kulturellen Austausch.

Die Realität

Die Anziehungskraft Chiang Mais zieht aber auch die falschen Leute an. Zumindest hört man das von Expats, die schon länger hier leben. Viele kommen mit falschen Vorstellungen zum ortsungebundenen Arbeiten hierher. Reich werden die wenigsten, die meisten haben Ende Monat eine Null beim Kontostand. Das Leben ist zwar günstiger als in Europa oder z.B. in Bangkok, abhängig vom Konsumgrad kann man aber trotzdem viel Geld ausgeben. Die Cafés und Workingspaces sind teilweise geradezu geflutet von Menschen mit Laptops und Kopfhörern. Wenn du das täglich machst, kostet das auf die Dauer sehr viel. Oft schieben begrenzte Zeitkontingente den 1-Kaffee-Trinker einen Riegel vor. Was ja auch verständlich ist. Hinzu kommt eben die falsche Vorstellung von rentablem Arbeiten im Internet.

Nach vier Wochen in Chiang Mai ziehen wir ein Fazit.

Vorteile

  • Alles „wichtige“ fürs Leben ist in deiner Nähe: Einkaufszentrum, Cafés, Kino, Bars, Restaurants
  • Es gibt eine Community von digitalen Nomaden, die sich regelmässig trifft. Für Netzwerker ideal.
  • In Chiang Mai lässt es sich sehr gut als Nicht-Tourist leben. Wir wurden während vier Wochen dreimal von einem Tuk-tuk-Fahrer angesprochen. Und auf dem Samstags- und Sonntagsmarkt versucht dir niemand etwas penetrant anzudrehen.
  • Es gibt eine grosse Bandbreite an verschiedenen Wohnstandards.
  • Das Klima ist in den Wintermonaten sehr angenehm.

Nachteile

  • Die Preise an der Nimmanahaeminda Road sind zwei bis dreimal Mal so teuer wie im Rest der Stadt. Abends findest du ein paar mobile Garküchen, tagsüber aber nur wenig günstige Orte zum Essen.
  • Fluglärm: Keine Ahnung wieso das kein Blogger bisher erwähnt hat. Suthep liegt in der Abflugschneise des Flughafens. Von unserem Balkon aus kannst du die zivilen Flugzeuge und Militärjets von Nahem betrachten. Eine wahre Freude für Planespotter! Bei den Militärjets (mehrmals pro Woche ab 8.00 Uhr) müssen wir uns die Ohren zuhalten.
  • Distanzen: Wenn du in die Innenstadt Chiang Mais willst, musst du einen Motorbike oder ein Songthaew mieten.
  • Mit dem Internet ist es so eine Sache. Wenn fünfzig Leute in einem Café sitzen, ist auch das schnellste Internet nicht mehr so zuverlässig. Zudem haben viele Apartments kein oder unzureichendes Wlan. Wir mussten z.B. alle WordPress-Arbeiten in Cafés erledigen, da es Konflikte zwischen dem Provider und unserem Server gab.

Tipps zur Apartment-Suche

Eine Condo-Liste werden wir nicht machen. Dafür ist die Auswahl in Chiang Mai zu gross und der persönliche Geschmack zu subjektiv. Am besten mietest du dir einen Roller, fährst der Nimmanahaeminda Road entlang und unternimmst vereinzelte Abstecher in die Nebenstrassen (Soi). Viele Anbieter haben nämlich keine Website oder Deals vor Ort kommen dich günstiger. Sog. Geheimtipps gibt es meiner Meinung nach nicht mehr. Die Condos sind als solche zu erkennen. Und haben meist ein „zu vermieten“-Schild an der Strasse. Wichtig ist ausserdem die Mietdauer. Viele Apartments sind erst ab drei oder gar sechs Monaten zu haben.

Wenn du noch mehr dazu erfahren möchtest, kannst du dies bei Patrick von 101places.de tun. Er hat ein paar Vorschläge von Apartments und Tipps zum digitalen Nomadenleben in Chiang Mai aufgelistet.

Tipps zu Cafés und Restaurants

  • Local Cafe: Die Preise sind im oberen Bereich, dafür erhältst du auch die entsprechende Qualität und eine abwechslungsreiche Karte. Das Internet ist zudem ohne Zeitkontingent. Im oberen Stockwerk hat es leider keine Steckdosen.
  • Wake Up: Die Preise sind durchschnittlich und Internet gibt’s für 4h. Im obersten Stockwerk haben sie einen „Working-Space“ eingerichtet und im 1. Stockwerk gibt es bei jedem Sitzplatz Steckdosen.
  • De Maya: Unser Favorit. Kleines, schmuckes Café mit Garten und unbegrenzt Internet. Preise sind sehr okay und die Auswahl ist riesig.
  • Foodstalls im Keller des Maya Einkaufszentrum. Die Preise sind günstig und das Food Handling ist westlich.
  • Burmesisches Restaurant und seine Nachbarn: günstiges und sehr leckeres Essen (probiere das Auberginen-Curry oder die frittierten Hähnchenschenkel!), auch tagsüber geöffnet. An der Ecke von Soi 13 ggü. 7-11.

Ach ja, das CAMP im Maya Einkaufszentrum finden wir schrecklich. Du musst 50 Baht konsumieren für 2h Internet (nur 1 Gerät) und sitzt mit Hundert anderen in einem riesigen Raum. Yeah. Immerhin ist es trotz der vielen Leute ruhig.

Things to do

  • In Chiang Mai wird dir sicher nicht langweilig. Wenn du auf Tempel stehst, dann bist du an der richtigen Adresse. Wat Phra That Doi Suthep gilt als einer der schönsten Tempel in ganz Thailand.

Chiang Mai Tempel 1

  • Florian vom flocblog hat mit „Chiang Mai unter 10 Euro“ einen ganzen Tag für dich geplant. Wir haben u.a. den Grand Canyon besucht. Die Fahrt durch die Vororte und der Canyon waren sehr interessant. Schau’s dir an.
  • Der Sonntagsmarkt in Chiang Mai ist genial. Warum? Er ist ruhig, riesig, kulinarisch hammermässig und es hat keine penetranten Verkäufer. Ab 16.00 Uhr, Sonntags.

Chiang Mai Markt

  • Der Zoo von Chiang Mai ist riesig und beherbergt mehrere Elemente eines Vergnügungsparks. Speziell ist auch, dass sämtliche Wege mit dem Auto befahrbar sind. Der Park ist zwar weitläufig, aber zu Fuss machbar. Hin sind wir, weil es zwei Pandas hat, für die man aber 50 Baht extra bezahlt. Ein Publikumsmagnet bei chinesischen Touristen. Die Anlagen für die Tiere reichen von manchmal zu klein bis sehr luxuriös. Besonders angetan waren wir von den Koalas, Nilpferden, Gibbons und den Sonnenbären. Ganz und gar nicht gefallen hat uns das Angebot fürs Elefantenreiten. Die Elefanten tragen tatsächlich ein Metallkonstrukt. Speziell ist auch die Handhabe der Tierfütterung. Bei den meisten Anlagen kann man Futter kaufen. Was bei Giraffen und Affen noch okay ist, war beim Jaguar Spektakel für den Besucher und nicht Haltungsgerecht.

Chiang Mai Zoo Sonnenbär

  • Das Ladyboy Cabaret im Ansuan Markt ist der Wahnsinn. Eindrücke zur Show findet ihr bei den Swissnomads.

Mehr Fotos zu Chiang Mai

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2 Comments

  • Karsten sagt:

    Schöner Bericht. Das schlimmste an CM war m. E. der Dauersmog, dagegen war Bangkok ein Luftkurort (Okt ’14). Gut arbeiten konnten wir im Cookie Monster.

    Wir fanden Cm ziemlich öde. Ab jetzt nur noch Strand!

    • Hallo Karsten
      Danke für das Lob. Wir hatten den Smog nicht als solchen wahrgenommen und die dunstige Luft, die die Berge rundherum verschleierte, als Wetterursache verstanden. ^^ Jetzt wissen wir es besser.
      Die Landschaft bzw. die Nationalparks machten die öden Tage wieder wett. Manchmal ist es auch nicht schlecht, beim Arbeiten nicht von der interessanten Umgebung abgelenkt zu werden. Der Strand ist da doch viel zu verlockend 😉
      Grüsse aus Vientiane
      Philippe

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