Das Reiseloch – Innere Blockade beim Reisen

Seit 7,5 Monaten sind wir nun schon auf Reisen. Unser Reiserhythmus war bis anhin sehr unterschiedlich. Oft reisten wir täglich zur nächsten Etappe; zwischendurch blieben wir für ein paar Tage oder dann gar Wochen (HelpX-Einsätze) am gleichen Ort. Bei der Planung unserer Reiseroute lief und läuft es aber nicht immer so gradlinig ab, wie es vielleicht den Anschein macht. Manchmal wissen wir nicht mehr weiter. Wir sind dann im Reiseloch.

Ab und an stellt sich uns nämlich die Frage: Was wollen wir als nächstes nun? bzw. Wohin wollen wir gehen? Und wir müssen uns eingestehen, wir wissen es einfach nicht. Das hört sich erstmals absurd an und nach einem typischen First-World-Problem. Ursachen für ein Reiseloch gibt es jedoch viele und betreffen wahrscheinlich die meisten Langzeitreisenden früher oder später. Folgende teils auch widersprüchliche Situationen stellen sich uns dann ein Bein und wir fallen ins Reiseloch.

 Reiseloch – Die Qual der Wahl

  • Vor lauter Auswahl kannst du dich nicht entscheiden. Soll ich lieber nach Koh Lipe oder Koh Phi Phi reisen oder noch ein paar Tage in Koh Lanta bleiben?
  • Die Welt ist gross, das Budget klein und du möchtest am liebsten überall hin und all die tollen Aktivitäten mitmachen. Bei einem strikten Tages- oder Monatsbudget liegt ein täglicher Fun-Dive oder die Jungle-Safari nicht immer drin. Was sollen wir also tun? Weniger ist mehr, oder so oft wie möglich?

 Reiseloch – Innerer Drang

  • Das ständige Hin und Her ist auf Dauer sehr anstrengend. Ab und zu möchte man einfach mal Pause machen. Doch dann kommt plötzlich dieses Nichtstun und der ungewollte Drang irgendwas zu machen. Aber was denn?!
  • Eine Woche am gleichen Ort und schon haben wir das Gefühl, Wurzeln zu schlagen. Der Drang, immer weiter zu reisen, variiert stark. Aber wenn er da ist, dann auch ohne eigentliches Reiseziel. Was machen wir noch hier? Weiter gehts! Aber wohin denn?

Reiseloch – Passivität

  • Im Gegensatz zu Europa verspüren wir in tropischeren Gefilden eine gewisse Trägheit. Der ganze Alltag spielt sich ein, zwei Gänge ruhiger ab. Unsere Hirnfunktionen sind beeinträchtigt und der Gedanke an den nächsten Ort auf der Reise wird plötzlich irgendwie lästig – doch das Abreisedatum rückt näher und näher.
  • Mit der Trägheit geht die Gemütlichkeit resp. Bequemlichkeit einher. Wieso nicht an einem Ort bleiben, wenn es doch so schön und bequem ist. Der Strand ist nicht fern, das hauseigene Restaurant ist ausgezeichnet und für westliche Bedürfnisse steht ein convenience store auf der anderen Strassenseite. Wieso also einen Fuss vor die Tür setzen? Diese Bequemlichkeit ähnelt jener Komfortzone-Haltung aus dem heimischen Alltag, welcher wir ja eigentlich zu entfliehen versuchen. Gefangen in dieser Situation stellt man sich schon gar nicht die Frage, wohin es als nächstes gehen soll.

Reiseloch – Planung

  • Oft reisen wir ohne Plan von einem Ort zum anderen. Einfach mal drauf los und der Rest wird sich ergeben. Ohne eigentliches Ziel verliert man sich früher oder später. Steck man dann irgendwo fest, wird die Frage „Was wollen wir als nächstes tun?“ zur Knacknuss.

 

Die Ursachen sind jetzt klar, aber wie sieht’s mit der Lösung gegen das drohende oder schon herrschende Reiseloch aus?

  • Busy Bangkok oder relaxed auf einer Insel in der Andamanischen See. Dein Aufenthaltsort prägt dich auf jeden Fall. Das pulsierende Leben in Bangkok hat uns mitgerissen und wir waren fast konstant unterwegs. Wo hingegen der Flow von Koh Lanta uns in ihre einlullenden Arme wog und unsere Gedanken träge machte. Ein Ortswechsel bringt dich wieder auf neue Ideen.
  • Eine ungefähre Vorstellung einer Reiseroute innerhalb eines Landes zu haben, kann sehr hilfreich sein. Es gibt einem ein ungefähres Ziel und bewahrt dich möglicherweise vor dem Reiseloch. Ein Ziel braucht doch jeder in seinem Leben 🙂
  • Wirf eine Münze, dreh das Schicksalsrad in deinem Reiseführer oder frag einfach andere Reisende. Manchmal braucht es Input von Aussen.
  • Ab und zu ein bisschen relaxen und die Zeit wird dir eine Antwort geben.

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Hast du schon selber solche Erfahrungen gehabt? Oder wie würdest du mit einem Reiseloch umgehen?

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