“Sie müssen den Spirit von Couchsurfing teilen…”

Stefan (31) aus Stralsund war unser erster Couchsurfing Host. Er wohnt in einem ehemaligen Kloster und promoviert in Neuerer Geschichte. Als wandelndes Lexikon ist er der beste Stadtführer und Strandwanderer an der Ostsee. Er verbrachte insgesamt zwei Jahre in Skandinavien (v.a. Schweden) und hält seine Reisen fotografisch auf seinem Blog fest. Zusammen sind wir zum schönsten Strand an der Ostsee (Weststrand) gewandert, kraxelten eine Kletterwand hoch und haben Pizza über den Dächern von Stralsund gegessen.

gustofrenzy: Nach welchen Kriterien suchst du die Surfer aus?

Stefan: Sie müssen den Spirit von Couchsurfing teilen und Interesse an der Person und dem Austausch haben. Eine spannende Anfrage, die sich mit meinem Profil beschäftigt hat, ist immer der Schlüssel. So kam es schon öfters vor, dass ich einfach einen Surfer an einen befreundeten Host vermittelt habe. Rein stereotypische Vorurteile habe ich eigentlich nicht, auch wenn Veganer schon eine ganz eigene Herausforderung bilden, da das gemeinsame Essen teil des Kennenlernens ist.

Hast du schon negative Erfahrungen mit Surfern gemacht?

Eine Tussi mit Rollkoffer war mal übers Wochenende bei mir. Sie hatte ein Vorstellungsgespräch in Stralsund und suchte eine kostenlose Unterkunft. Sie saß nur vor dem Fernseher und schaute sich RTL 2 Trash-TV an. Und sprach dann lautstark am Telefon mit ihrer Mutter darüber. Null Interesse an Land und Leuten. Ich hab ihr dann einfach keine Bewertung auf couchsurfing.org gegeben und bin für die Zukunft vorsichtiger geworden.

Wie gehst du bei der Auswahl vor?

Zuerst schaue ich ob der Termin passt und dann das Profil. Ich will auch keine 0815-Anfragen wie „Ich will nur bei dir pennen und dann an den Strand. Hostel ist zu teuer etc.“ Sie müssen auch mein Profil gelesen haben, damit sie die Codewörter (z.B. eine Antwort auf eine Frage) in die Anfrage einbinden. Bei schlechten Anfragen schreibe ich mittlerweile nur noch „Nö, sorry“. Früher hatte ich es den Leuten noch erklärt, um was es bei Couchsurfing geht und warum ich sie nicht aufnehmen möchte.

Du bist unser erstes Mal. Was war deines?

Auf einer Südstaaten-Tour in den USA habe ich mit Couchsurfing angefangen. Wir sind bei einem Förster namens Russel in der Nähe der mexikanischen Grenze untergekommen. Er war recht entspannt, hat uns den Schlüssel für unsere Zimmer(!!) gegeben und ist dann arbeiten gegangen. Feel at home!

Und dein erstes Mal als Host?

Das war ein Belgier aus Brüssel mitten im Winter und nur mit Halbschuhen ausgerüstet. Wir hatten einen halben Meter Schnee und er parkte irrtümlich sein Auto über Nacht in der Bushaltestelle.

Wie gehst du bei der Suche nach Hosts auf deinen Reisen vor?

Bei großen Städten suche ich spezifisch nach Interessen und Gemeinsamkeiten und achte dabei nicht unbedingt auf Profile, die mit „vouched“ oder „verified“ markiert sind.

Hast du noch Tipps fürs Couchsurfen?

Sei spontan, denn es ergibt sich immer etwas, bzw. der Surfer oder der Host müssen umplanen. Das passiert. Bei Absagen muss man eben auch unkompliziert ausweichen können.
Schnelle Kommunikation ist sehr wichtig. Nutzt Telefon, Whatsapp oder Skype.

Stralsund Nadine und Stefan 3

Falls du noch nicht Mitglied bei Couchsurfing bist, werde es hier. Und falls du weitere Tipps zu Übernachtungsmöglichkeiten auf Reisen brauchst, haben wir unter Günstig Reisen – Unterkunft einige Tipps für dich zusammengetragen.

Wir nutzten Couchsurfing nicht nur für Übernachtungen, sondern auch für Meetings, wie z.B. in Bangkok.

Und was haben wir in Stralsund gemacht? Hier findest du es heraus.

Mehr Fotos zu Rügen und Stralsund

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