Die Schluchten der Blue Mountains

Auf der Strasse in die Blue Mountains kamen uns hell erleuchtete Weihnachtsbäume entgegen. Trucks, die mit hunderten von Lichtern in verschiedenen Farben nicht zu übersehen waren. Es war dunkel, als wir von Canberra aus endlich Blackheath in den Blue Mountains erreichten.

Wir wussten von einem gratis Campingplatz im Megalong Valley und fuhren in der Dunkelheit die kurvige steile Strasse runter ins Tal, dessen Schönheit sich uns erst am nächsten Morgen offenbaren würde.

Wir waren müde von der Fahrt und den „aufregenden“ Entdeckungen unterwegs. Wir sahen unsere ersten „Big Things“: „Rambo“ das Merinoschaf und die Forelle. 😉

Rambo das grosse Merinoschaf

Rambo das grosse Merinoschaf

Blackheath und Lookouts in den Blue Mountains

Am nächsten Morgen fuhren wir durch den Regenwald und entlang roter Felswände im Megalong Tal hoch nach Blackheath; ein geschäftiges Städtchen am Highway durch die Blue Mountains. Dort am Rande der Stadt konnten wir uns erstmals ein Bild der berühmten Canyons der Blue Mountains verschaffen. Der Govetts Leap Lookout bot einen beeindruckenden Ausblick über die Schluchten und wir waren erst noch fast alleine dort.

Wir fuhren weiter zu einem Parkplatz einige Kilometer vor dem Evans Lookout, von wo aus wir eine Rundwanderung (Grand Canyon Track, 3.5h inkl. Pausen) runter in eine der Schluchten machten. Wir nahmen uns viel Zeit und genossen die Ruhe tief in der Schlucht, umgeben von hohen Felswänden, glasklarem Wasser und dichten Wäldern.

Der Grand Canyon Track

Eindruck vom Grand Canyon Track

Die spektakulärste Aussichtsplattform in den Blue Mountains war für uns der Pulpit Rock Lookout. Auf einem in den Canyon hinausragenden Felsen wurden Treppen geschlagen und Sitzbänke platziert. So konnten wir einen fast 360 Grad-Ausblick in die umliegenden Schluchten geniessen. Nur etwas betrübte die Sicht: In diesem Gebiet der Blue Mountains werden Häuser bist fast an den Rand der Schluchten gebaut. Natürlich zahlen die Hausbesitzer eine ordentliche Summe für die Aussicht, aber unserer Meinung nach „verschandeln“ sie so den ganzen Canyon. Es gibt noch eine weitere negative Auswirkung der immer grösser werdenden Besiedelung der Blue Mountains: Abwasserprobleme. Während vielen Jahren lief das Abwasser in die Flüsse und Seen der Region und kontaminierten das Wasser. Sydney bezieht sein Trinkwasser unter anderem aus diesen Gewässern. Der Aufschrei in der Öffentlichkeit war natürlich gross. Die Nationalpark-Grenzen in den Blue Mountains hätten also ruhig etwas grosszügiger gezogen werden dürfen.

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Der Ausblick vom Pulpit Rock Lookout

Unsere letzten Aussichtsplattformen in Blackheath waren Perrys Lookdown und der Anvil Rock Lookout. Bei Perrys Lookdown hat es kostenlose Campingmöglichkeiten, die wir nutzten. Dieser Aussichtspunkt ist im Nachmittags-/Abendlicht ideal, da dann die gegenüberliegenden Felswände von der Sonne angestrahlt werden. Da wir auch hier alleine waren, nutzten wir die Stille, um den tausenden Vögeln, die im Regenwald in der Schlucht sangen, zuzuhören. Am Anvil Rock Lookout, nicht weit vom Perrys Lookdown entfernt, erhaschten wir eine nochmals andere Perspektive in die tiefen Schluchten der Blue Mountains.

Katoomba, Hauptort der Blue Mountains

Fertig mit der Stille war es, als wir nach Katoomba, dem Hauptort der Blue Mountains fuhren. Wir machten einen Abstecher ins Hallenbad, wo wir an diesem Samstagvormittag natürlich nicht alleine waren. Wir wunderten uns dort sehr über die Hallenbad-Regelungen. Du läufst mit Kleidung und in Strassenschuhen direkt am Pool vorbei in die Umkleidekabinen, ziehst dich um, nimmst wieder alles mit und suchst dir beim Pool einen freien Platz auf einer Bank, um deine sieben Sachen zu deponieren, während du dich im Wasser vergnügst. Neben dem Pool stehen Kinderwägen, Taschen und Kleiderhaufen und sich langweilende, lesende, musikhörende Eltern warten, bis ihre Kinder fertig geplantscht haben.

Naja, den Hauptgrund für unseren Besuch – die Dusche 😉 – erfüllte das Hallenbad und so zogen wir frisch und sauber in die Schlacht am Echo Point…

Scharenweise wurden die Touristen aus Tourbussen aus Sydney ausgespuckt und die Parkplatzkosten sträubten uns die Haare (wir parkten kostenlos einige Strassen weiter weg vom Trubel). Am Echo Point Lookout kämpften wir um einen guten Standplatz am Geländer, um einen Ausblick auf die Three Sisters und das Jamison Valley ergattern zu können. Danach liefen wir noch zu den Katoomba Falls, kleinen Kaskaden umgeben von einem Park. Kaum waren wir von den Plattformen weg, reduzierten sich die Besucher um 90% und es wurde merklich ruhiger. So konnten wir die weiteren Lookouts entlang des Weges etwas besser geniessen.

Die Three Sisters vom Echo Point Lookout

Die Three Sisters vom Echo Point Lookout

Unser Eindruck der Three Sisters: joa, ganz schön, aber viel zu touristisch und etwas überbewertet. Es war wohl einfach von Sydney her der erste Aussichtspunkt für einen Eindruck der Canyons der Blue Mountains. Es gibt in Katoomba auch eine Zahnrad- und eine Seilbahn, die Touristen an den Boden der Schlucht oder darüber führen.

Uns gefielen da die vergleichsweise einsamen Aussichtspunkte und die Wanderung bei Blackheath weitaus besser.

Three Sisters

Der Name „Three Sister“ stammt von einer Legende der Aborigines: Es gab drei Schwestern eines Stammes, die sich in drei Brüder eines anderen Stammes verguckt hatten, und umgekehrt. Weil es aber zwei unterschiedliche Stämme waren, durften sie nicht zusammen sein. Die Brüder wollten die Schwestern mit Gewalt zu sich holen. Der „Kuradjuri“ (der weise Mann) erkannte die Gefahr und verwandelte die Schwestern in Stein. Er wollte sie wieder zurück verwandeln, sobald die Gefahr vorüber war, fiel aber in der Schlacht. Bis heute war es noch niemandem gelungen, den Zauber rückgängig zu machen.
Die Leura Cascades in Leura

Die Leura Cascades in Leura

Weitere Informationen zum Blue Mountains National Park: NSW National Parks and Wildlife Service

Mehr Fotos zu den Blue Mountains

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